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Die großen Probleme des Lamborghini Urraco

Warum sich das Meisterwerk Lamborghini Urraco nie durchsetzen konnte und was die Armaturen einzigartig macht.

11.07.2015 radical mag

Der 911er von Porsche hatte Anfang der 70er Jahre bereits seinen ersten Modell-Zyklus hinter sich, seit 1969 war der Dino 246 auf dem Markt, außerdem bastelte Ferrari schon fleißig am Dino 308 GT4, und Maserati plante den Merak. Da konnte Lamborghini natürlich nicht zurückstehen, Sant’Agata wollte auch ein kleineres, erschwinglicheres Modell im Programm haben, also konstruierte Paolo Stanzani den Urraco.

Ein Meisterwerk von Marcello Gandini

Der Entwurf, wieder einmal ein Meisterwerk von Marcello Gandini und der wahrscheinlich schönste 2+2-Mittelmotor-Sportwagen überhaupt, stand bereits 1970 auf dem Turnier Salon, verkauft werden konnte das Fahrzeug aber erst ab 1973. Und das brach Lamborghini das Genick: 1972 musste Ferruccio Lamborghini zuerst seine Traktoren-Werke verkaufen, dann auch noch die Sportwagen. Was den Entwicklungsprozess des Urraco nicht beschleunigte. Und seine Qualität schon gar nicht.

Lamborghini Urraco (11)
© Bild: Courtesy of RM Auctions

Was den Teufelskreis weiter beschleunigte

Lamborghini war davon ausgegangen, etwa 1.000 Urraco pro Jahr verkaufen zu können, schließlich wurden es aber zwischen 1973 und 1979 nur gerade 674 Exemplare. Die gab es in drei unterschiedlichen V8-Motorisierungen: der P200 hatte zwei Liter Hubraum und 182 PS (wurde nur auf dem italienischen Markt angeboten), der ursprüngliche P250 hatte 2,5 Liter Hubraum und 220 PS, der P300 schließlich 3 Liter Hubraum und kam auf 265 PS. Und das war dann ein anständiges Sportgerät – sofern es sich je in Gang setzen ließ. Auch außergewöhnlich: die wohl am wenigsten ergonomischsten Armaturen aller Zeiten.

Vielen Dank für diesen Beitrag an die Kollegen von radical-classic.com

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