Sie wissen, Sie wechseln jetzt die Spur, wenn dieses Auto im Rückspiegel auftaucht.
 

Der rote Hammer

In Sant´Agata kennt man seine Kunden und schneidert ihnen deswegen den Lamborghini Egoista auf den Leib.

13.05.2013 Online Redaktion

In Tschetschenien regiert Ramsan Kadyrow mit eisernen Faust. Das ist keine hohle Phrase, sondern ernst gemeint. Wegen einer Meinungsverschiedenheit bat er einst seinen Sportminister in den Boxring. Man kann davon ausgehen, dass dieser seine Meinung leicht angepasst haben dürfte.

Bis in 1990er Jahre gab es in Tschetschenien ernstzunehmende Industrie. Wenn auch nur unterirdisch. Unter Tage wurde in der russischen Provinz nämlich der Panzer „Roter Hammer“ produziert. Das änderte sich mit dem Bürgerkrieg.

Seit dem verdienen sieben von zehn Tschetschenen ihr Geld in der Landwirtschaft. Das funktioniert, weil achtzig Prozent der Fläche Tschetscheniens für die Landwirtschaft verwendet werden. Ich will damit nicht unterstellen, dass die Straßen in Tschetschenien schlecht sind, ich will nur sagen, dass es einen Grund hat, warum Grosny kein Formel-1-Rennen veranstaltet.  

Zurück zu Ramsan Kadyrow. Der ist in Österreich aus zwei Gründen bekannt. Erstens weil der Verfassungsschutz davon ausgeht, dass Kadyrow 2009 den Asylbewerber Umar Israilov in Wien hat erschießen lassen. Und zweitens, weil es seine Garage zu einiger Berühmtheit brachte.

Lamborghini Egoista

Lamborghini Egoista

Denn so zurückhaltend wie er regiert, fährt er auch Auto. Sein Rolls Royce (das Hochzeitsauto) ist mit Maschinengewehren bestückt und die Leibgarde fährt überwiegend Porsche. Vorzeigestück seiner Sammlung ist aber ein Lamborghini Reventon. Lediglich 40 Stück von diesem Auto wurden gebaut (zwanzig geschlossene, zwanzig offene). Lamborghini wird jeden einzelnen Käufer mit Namen kennen. Zumal die Vergabe nicht über das Zufallsprinzip laufen dürfte.

Die schnellen Autos sind nur konsequent. Kadyrows Vater und Amtsvorgänger wurde bei einer Gedenkparade in die Luft gesprengt. Zelimkhan Yandarbiyev, auch einer seiner Vorgänger, wurde mit einer Rakete getötet. Was in der Tradition Dzhokhar Dudayevs stand, der ebenfalls per Rakete aus dem Amt gewählt wurde.

Oder anders: wer schneller fährt bleibt länger im Amt.

Jetzt präsentiert Lamborghini also den Egoista. Anlass war der fünfzigste Geburtstag der Marke. Die Designer ließen sich kräftig von Militärflugzeugen und Iron Man inspirieren und kreierten ein Auto, bei dem „der Verstand in die zweite Reihe rückt“, wie Chefdesigner De Silva von sich gab. „Form follows function“, würde vielleicht Kadyrow dazu sagen.

Denn das Cockpit besteht aus Karbonfaser und Aluminium und lässt sich vollständig vom Auto lösen. Das Informationsdisplay ist eine Art Fadenkreuz, eingestiegen wird, über dafür speziell vorgesehene Trittflächen. Türen gibt es keine, die Kuppel öffnet gänzlich nach vorne.

Die Felgen sind aus einem „Anti-Radar-Material“. Lamborghini weiß eben, was sich die Kunden wünschen. Der V10 Motor mit 600 PS sei noch erwähnt.

Ramsan Kadyrows Entourage auf Tour:

Die Autos in chronologischer Reihenfolge:

2x BMW 530i’s
3x Porsche Cayenne
2x Mercedes–Benz S-Klasse
5x Porsche Cayenne
7x Lexus LX 470
1x Porsche Cayenne
1x Lexus LX 470

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