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Kuba wird wohl noch einige Zeit ein Oldtimer-Paradies bleiben - Neuwagen sind für die meisten Kubaner einfach nicht erschwinglich.
 

Kuba hebt Verbot für den Kauf von Neuwagen auf

Ab 3. Jänner können importierte Autos in Kuba frei erworben werden – für die meisten Kubaner sind Neuwagen aber nicht leistbar.

03.01.2014 APA

Kuba hat zum Jahreswechsel ein altes Verbot für den Kauf importierter Neuwagen aufgehoben. die Regelung, die den Kubanern den freien Erwerb von Autos offiziell erlaubt, trat am Freitag in Kraft. Ab dem 3. Jänner können importierte Autos frei zu marktüblichen Preisen erworben werden, heißt es in einem aktuellen Amtsblatt. Die Reform gilt für Motorräder bis hin zu Kleinlasttransportern, sie war im Dezember angekündigt worden, und wird von der Bevölkerung begrüßt, auch wenn vorerst wohl nur wenige finanzstarke Kubaner davon Gebrauch machen können. Zudem bleiben aber offene Fragen – zum Beispiel, ob der Staat weitere Händlerfilialen eröffnen oder Obergrenzen für die Einfuhr von Kraftwagen setzen wird. 

Neuwagenkauf seit 1959 weitestgehend verboten

Jahrzehntelang war der Neuwagenkauf für Kubaner fast unmöglich gewesen. Kurz nach der Revolution von 1959 hatte Kuba den freien Autohandel weitgehend verboten. Neuwagen wurden in der Regel nur vom Staat als „Prämie“ an Regierungsbeamte oder Ärzte vergeben. Eingeführt wurden vor allem sowjetische Modelle wie die inzwischen veralteten Lada oder Moskwitsch. Für den privaten Erwerb benötigte man eine Sondergenehmigung („carta de autorizacion“), die oft erst nach jahrelanger Wartezeit erteilt wurde. Die strikte Regelung galt auch für auf der Insel lebende Ausländer. Nur mit Autos, die vor 1959 gebaut wurden, durfte frei gehandelt werden. 2011 kam die erste Lockerung. Als Teil ihres marktwirtschaftlichen Öffnungskurses erlaubte die Regierung von Präsident Raul Castro (82) den freien An- und Verkauf von Gebrauchtwagen. Der Erwerb neuer Autos blieb aber weiterhin nur wenigen Menschen vorbehalten.

Neuwagen für den Großteil der Bevölkerung nicht leistbar

Am Tag vor dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes werden chinesische Gebrauchtwagen von 2010 für rund 25.000 US-Dollar (etwa 18.300 Euro) angeboten, für einen südkoreanischen Hyundai sind sogar 37.000 Dollar fällig. Das ist eigentlich unbezahlbar in einem Land, in dem der staatliche Monatslohn bei etwa 20 US-Dollar liegt. Und ohne die Sondergenehmigung dürfte alles bald teurer werden. „Die Preise sind nicht erschwinglich für die Bevölkerung“, klagt Miguel, ein 53-jähriger Besitzer eines Chevrolet von 1954. Er benutzt den Wagen als Taxi – der Fahrpreis, den er pro Person auf einer Strecke verlangt, entspricht umgerechnet etwa 0,5 US-Dollar.

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