Ein Opel Insignia ST auf der Shanghai Auto Show: China wäre ein wichtiger Markt
Ein Opel Insignia ST auf der Shanghai Auto Show: China wäre ein wichtiger Markt
 

Regionale Begrenzung führt Opel weiter in die Krise

Eine neue Studie zeigt: Verzichtet Opel wie angekündigt auf eine Expansion in wichtige Märkte außerhalb Europas, droht der GM-Tochter ein signifikanter Bedeutungsverlust.

23.06.2013 APA

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann schloss kürzlich einen Einstieg in den chinesischen Markt aus. Hält Opel an dieser Strategie fest, werde es zu einem weiteren Bedeutungsverlust des kriselnden Autoherstellers kommen: Wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie zeigt, werde die Marke Opel 2015 voraussichtlich nur noch einen Anteil von 9,7 Prozent an den Autoverkäufen von Mutterkonzern GM ausmachen. 2012 waren es – die britische Opel-Schwesternmarke Vauxhall eingeschlossen – noch 11,3 Prozent.

Keine andere große Marke verzichtet auf China

Laut dem Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen, der die Untersuchung durchgeführt hat, gäbe es „keinen ernstzunehmenden Autobauer beziehungsweise keine ernstzunehmende Marke, die auf Asien/China verzichtet – außer Opel/Vauxhall“. Ohne Autoverkäufe in der Region Asien mit dem wichtigen chinesischen Markt würden Opel „entscheidende“ Kosteneffekte in Einkauf und Produktion, die durch hohe Stückzahlen entstehen, fehlen.

Opel sucht Weg aus der Krise – ohne asiatischen Markt schwer umsetzbar

Opel will wieder wachsen – jedoch sei es mit dem Verzicht auf den asiatischen Markt „schwer verständlich“, wie Opel seine Verkaufsziele für die Zukunft umsetzen wolle, so Dudenhöffer. Opel konzentriere sich weiter überwiegend auf den „schwierigen, gesättigten Kernmarkt Europa“. „Jeder größere Mittelständler in Deutschland hat eine prägnantere Wachstumsstrategie als Opel/Vauxhall“, urteilte Dudenhöffer.

Opel steckt seit Jahren in der Krise und schreibt rote Zahlen. Die Konzernmutter GM macht deswegen Druck: Opel soll wieder profitabel werden und überschüssige Produktionskapazitäten abbauen. Allerdings lässt GM seine deutsche Tochter nur auf wenigen Märkten außerhalb Europas verkaufen, unter anderem in Australien, Chile und Südafrika. In der Vergangenheit kritisierten Experten immer wieder, dass diese regionale Begrenzung Opel daran hindere, mehr Autos zu verkaufen.

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