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Skurrile Autos der Geschichte: Korbautos

Korbautos haben es zwar nie aus ihrer kleinen, belächelten Nische heraus geschafft, trotzdem sind sie einen zweiten Blick wert.

15.04.2015 Online Redaktion

Was 10.000 Jahre problemlos funktioniert, kann so schlecht nicht sein. Ein Gedanke, der etwas für sich hat. So gesehen verleihen Flechtkörbe das Gefühl von Beständigkeit in einer schnelllebigen Welt. Warum also diese Technik nicht auch für Autokarosserien verwenden, dachten sich einige Pioniere zu Beginn des 20. Jahrhunderts und machten sich wohl auch ein bisserl naiv ans Werk.

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© Bild: www.oldwoodies.com

Eine Karosserie kann auch geflochten werden

Wobei… der Vorwurf der Naivität ist zurück zu nehmen. Als die ersten Korbautos entstanden waren weder die Geschwindigkeiten noch der Verbreitungsgrad abzusehen, den Autos bald erreichen sollten. So gesehen ergaben diese Modelle durchaus Sinn. Sie waren billig zu produzieren und brachten nur wenig Gewicht auf die Waage.

Diese Flechtautos können als Seitenarm des Holzkarosserie-Trends verstanden werden. In den USA waren Fahrzeuge mit entsprechenden Elementen lange Zeit weit verbreitet. Entsprechend kommt auch eine Homepage, die sich ausschließlich diesem Thema widmet – nämlich oldwoodies.com – aus dem Land der unbegrenzten Unmöglichkeiten.

Korbautos waren nie für die Großserie gedacht. Ihnen haftete von Anfang an die Attitüde des Improvisierten an. Vielleicht war diese Technik den Kunden auch zu weiblich. Die einzige größere Serie dieser Fahrzeuge wurde 1910 in Los Angeles gebaut. Auf der Messe in San Diego konnten die so genannten Electriquettes gemietet werden.

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© Bild: www.oldwoodies.com

Ein deutsches Korbauto

Doch auch nach Deutschland schaffte es die Technik. Zwischen dem ersten und dem zweiten Weltkrieg fertigte das Unternehmen Hanomag den 2/10 PS. Ein Fahrzeug, das aus einem Einzylinder-Motor mit 499 Kubikzentimetern zärtliche 10 PS kitzelte. Weil die hintere Starrachse ohne Stoßdämpfer auskommen musste, machte das Fahrzeug im Leerlauf hüpfende Bewegungen.

Immerhin war das Modell mit 370 Kilogramm vergleichsweise leicht und verbraucht daher auch nicht viel Sprit. Mag das Auto auch belächelt worden sein, es verkaufte sich immerhin rund 16.000 Mal. Unter anderem eben auch als Korbauto. So gab es eine Rennversion des Wagens, dessen Karosserie geflochten war und auch ein Modell einer Straßenversion schaffte es auf die Straße.

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© Bild: www.oldwoodies.com

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