Honda Civic Exterieur Front Seite Statisch IAA Frankfurt
Im Gegensatz zum letzten Honda Raumschiff geht es konservativer zu.
 

Konservativer

Der Honda Civic für das Jahr 2012. Es geht bodenständiger zu.

22.09.2011 radical mag

Der bisherige Honda Civic hat polarisiert. Der 2006 lancierte Japaner wurde als Designikone ebenso bezeichnet wie als „Raumschiff Entenscheiß“. Ebenso böse, liebe Anti-Fans, wie unkreativ. Der eben auf der IAA in Frankfurt vorgestellte Nachfolger ist zwar immer noch sehr eigenwillig gestylt, doch scheint die neue Form deutlich mehrheitsfähiger. Eigentlich muss er nur den Engländern gefallen, denn dort ist der eigentliche Hauptmarkt des Civic.

Der neue Civic ist – man höre und staune – kaum größer als sein Vorgänger. Das ist nach wie vor nicht die Regel im Automobilbau. Die Frage, ob der neue Wagen auch leichter sei als der bisherige bleibt leider noch unbeantwortet. Genauso wie die Frage, ob die zweite Generation des für Europa entwickelten Civics mehr Innenraum bietet, wie es Honda verspricht. Immerhin soll der Kofferraum mehr Volumen haben (477 statt 450 Liter).

Über das Design lässt sich auch beim neuen Civic streiten. Während der bisherige Kompakte im Honda-Programm ganz eigenständig auftrat, nimmt der neue Civic Anleihen an bisherigen Modellen. So erinnert das Heck stark an den Sport-Hybrid CRV, während vorne durchaus auch der Jazz erkennbar ist. Die ersten Ideen für die Gestaltung des neuen Civic erfolgten unter dem Leitmotiv „Lean Energetic“, das für ein leichtes, dynamisches Design steht.  Das Entwicklungsteam ließ sich von einem Flugzeug inspirieren, dessen Rumpf mit den Tragflächen zu einem einzigen Körper verschmolzen ist („Blended Body“).

Diese Körperform sollte die Voraussetzungen für eine hervorragende Aerodynamik, ein niedriges Geräuschniveau und hohen Komfort schaffen. Zudem nutzten die Entwickler Erkenntnisse über den geringen Wasser- bzw. Luftwiderstand von High-Tech-Schwimmanzügen und Sportbekleidung.

Honda Civic Exterieur Heck Statisch IAA Frankfurt

Das Ergebnis sind miteinander verschmolzene Oberflächen ohne sichtbare Nahtstellen zwischen Karosserie, Stoßfängern und Kotflügeln.  Dieses Konzept steht für einen neuen Gestaltungsansatz, der nicht mehr allein auf starke Erscheinung setzt, um ein sportliches Image zu vermitteln.

Der neue Civic ist in drei Motorvarianten erhältlich. Einstiegsmotorisierung ist ein 1,4-Liter-Benzinmotor gefolgt von einem 1800er-Benziner. Topmotorisierung ist der bereits bekannte 2,2 Liter große Diesel, der im Civic 150 PS leisten soll und ein maximales Drehmoment von satten 350 Newtonmetern zur Verfügung stellt.  Alle drei Motoren verfügen über ein manuelles 6-Gang-Getriebe, Eco Assist für eine sparsame Fahrweise sowie eine Stopp-Start-Automatik. Der 1,8-Liter-Motor kann optional mit einem 5-Gang-Automatikgetriebe

kombiniert werden.

Wichtigstes Ziel bei der Motor- und Getriebeentwicklung war – wie immer – die Beibehaltung der hohen Leistung und des Fahrkomforts bei gleichzeitiger Verbesserung der Motoreneffizienz und einer entsprechenden Senkung der Betriebskosten und der Umweltbelastung. Der Diesel soll mit nur 4,2 Liter pro 100 Kilometer auskommen und 110 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen.

Es bleibt zu hoffen, dass man bei Honda endlich etwas im Bereich der Innenraummaterialien gelernt hat. Die plüschige Innenauskleidung der meisten Hondas wirkt erstens nicht sonderlich hochwertig und zweitens scheint sie einen Staub- und Schmutzmagneten eingebaut zu haben. Schade eigentlich, denn die Materialien, welche Honda bisher verbaut hat, sind durchaus robust.

Die eingeschworene Gemeinde der bisherigen Civic-Fahrer wird sich mit der neuen Linienführung sicher anfreunden können. Und dass Honda durchaus langlebige und zuverlässige Autos baut, zeigt der Blick in die diversen Pannenstatistiken. Wir kennen sogar Honda-Fahrer, die auf ihrem alten CRX schon über 400.000 Kilometer abgespult haben, ohne je den Motor zu revidieren.

Ob der Civic zu einem derartigen Dauerläufer wird, bleibt abzuwarten. Denn entgegen allen Beteuerungen, dass die europäischen Werke die gleichen Qualitätsstandards erfüllen wie die japanischen Fabriken: japanische Hondas sind einfach besser. Der neue Honda Civic rollt ab Anfang 2012 im englischen Werk in Swindon vom Band.  Dort soll ab Mitte des kommenden Jahres auch der neue CR-V produziert werden.

Vielen Dank an www.radical-mag.com

Hier geben die Japaner Einblick in den neuen Honda Civic:

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