KIA Pro_cee’d Testbericht

Oder: Wie man sich eine Image-Neurose abgewöhnt.

01.07.2009 Autorevue Magazin

Müsste man den Kia cee’d auf ein Adjektiv reduzieren, wäre zuvorkommend vermutlich der richtige Begriff. Die Active-Ausstattung lässt kaum Wünsche offen, man wird vielerorts elektrisch unterstützt, automatisch klimatisiert, die druckvolle Audioanlage hat sogar eine lobenswerte Universalschnittstelle für externe Musikquellen (USB und Klinkenanschluss). Auch die Optik der dreitürigen Version macht was her (für den praktischeren Fünftürer muss man fünf Hunderter drauflegen) – kurzum ein Komplettpaket, bei dem einem praktisch nichts fehlt. Zur Verdeutlichung: Die Aufpreisliste umfasst lediglich drei Posten.

Beim Fahren offeriert der Kia einen sportlichen Einschlag, gelegentlich rollt er ein bissl hölzern ab, Gewöhnungssache hingegen ist die synthetische Unterstützung der an sich präzisen Lenkung.

Die serienmäßige Start-Stopp-Automatik des Kia wird ISG (Idle Stop & Go) genannt und soll im Stadtverkehr bis zu 15 Prozent Kraftstoff sparen, auch überland soll eine Ersparnis drinnen sein – beispielsweise durch das Wegschalten der Lichtmaschine. In der Stadt macht das System durchaus Sinn, auf Landstraßen haben wir ebenfalls schöne Verbrauchswerte erzielt, nur auf der Autobahn helfen all diese Tricks nicht: Bei 130 km/h dreht der cee’d 4000 Touren, was den tollen Schnitt flugs wieder ruiniert. Hier wäre ein extralang abgestimmter sechster Gang definitiv von Vorteil, zumal der Sechzehnhunderter erstaunlich füllig im Drehmoment wirkt und damit eine längere Übersetzung locker verkraften würde.

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