47781_Tesla_Model_S_VisualComputingModule
 

Kernkompetenz

Die Autobauer auf der Suche nach einem neuen Sinn und einem Zugang zur Generation Y.

26.11.2014 Online Redaktion

Die Autobauer haben die Generation Y verloren. Die aktuellen Modelle und Konzepte werden ihnen diesen Markt nicht zurückerobern. Im Gegenteil – weil die Hersteller unsicher sind, was manche Kunden wollen, werden die gut ausgebildeten, urbanen Käufer weniger. Unter „Generation Y“ verstehen Soziologen jene Menschen, die zwischen 1990 und 2010 Teenager waren.
Sie haben Apple und Google zu den Masters of the ­Universe ­gemacht und leben, seit sie Nachrichten wahrnehmen, in einer Aneinanderreihung von Krisen. Deswegen sind sie gut ausgebildet. Sie wissen nicht, was als Nächstes kommt, wollen aber gut gerüstet sein. Statussymbole sind Abschlüsse, Reisen und die Freiheit, ein Home-­Office und freie Arbeitszeiten zu haben.

Coolnes als Kernkompetenz der Hersteller. Blöd.

Ein Auto, so denken immer mehr Angehörige der Generation Y, schränkt die Freiheit in der Stadt ein, ­deswegen haben sie kein eigenes. Blöd für die Hersteller. Ist doch die Freiheit auf vier Rädern und deren Coolness ihre Kernkompetenz.

Unlängst besuchten Ulrich Hackenberg und Rupert Stadler das Silicon Valley. Sie wollten einen Deal mit Apple. Doch Tim Cook, dessen Vorstand, schickte zu dem Treffen nur die zweite Garde und ließ verlauten, dass Apple gerne die Software liefere, Audi aber keinen Einblick in den Code erhalte, zudem selbst alle Systemgeheimnisse herausrücken müsse. Audi sprang ab und kooperiert jetzt mit Google, die mit ­ihren Bedingungen zuvor BMW abgeschreckt hatten.

Datendilemma

Das ist eine Machtdemonstration. Apple und Google sind sich sicher, dass ihnen die Zukunft des Automobils gehört. Sie müssen nicht mit Milliardenbeträgen für die Forschung CO2-Auflagen erfüllen. Sie sind nicht auf Gedeih und Verderb dem chinesischen Markt ­ausgeliefert. Ihre Produkte werden dort längst massentauglich kopiert. Ein Foulspiel, das den Autoproduzenten noch bevorsteht, sobald genügend Know-How ­abgezogen wurde. Apple, Facebook und Google sammelten alle Daten von uns, bevor es uns interessierte. Die Autohersteller müssen das jetzt nachholen, während ihnen auf die Finger geschaut wird.

Im Tausch gegen die Generation Y und für einen schönen Anteil an der Zukunft werden Autohersteller bald schmerzhafte Kooperationen eingehen müssen.

Mehr zum Thema
  • volvoman

    Die sogenannte Generation y – kurzgefasstm „arbeitsscheue Zivilversager mit Biotick“ sollte überhaupt nicht weizer beachtet werden, ausser unter dem Aspekt, wie man sie zeitlebens alimientieten kann. Denn Leistung, klein anfangen uns sich hinaufarbeiten haben sie nie gelernt. Dann schon lieber bis +30 bei Mama wohnen, irgendetwas mit Medien studieten und ein paar Praktika: geregeltes Leben? Nein Danke. Dann schon lieber Genderwissenschaften und Systemkritik. Aber bitte vegan… Pathologische Autohasser sind sie, die mit ihren „phablets“ auf „whatsapp“ oder im Fratzenbuch in abgerissenener Schmuddelkleidung bei Starbucks ihre „Freunde“ liken. Geistiges Gewicht: 1 Instagramm…
    Eine uninterressante blasierte Zielgruppe, die unauffällig in der Studentenpension (Grundversorgung) verschwinden wird. Wer 10 Stunden am Tag arbeitet hat Geld für Luxus und gibt es gerne aus. Das Auto als Statussymbol und Rückzugsort vom Pöbel und „Migranten“ in den „öffis“ wird geschätzt, die „Mahü“ als Paradies für leistungsferne Flaneure und Flaneusen – für Gebildete immer noch die Mariahilferstrasse – wird gemieden.

    Umdenken braucht die Autoindustrie nicht: ein gesharter Dreizylinder-Dacia in Hartz4-Ausstattung tuts doch auch. Ist immerhin schneller als ein Tretroller…

pixel