Der McLaren P1 symbolisiert als Supersportwagen mit Plug-In-Hybrid den Kreuzungspunkt zur Abkehr von fossilen Brennstoffen.
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„15 Millionen Elektrofahrzeuge bis 2025 in Europa sind machbar“

Verbrennungsmotoren bleiben dominierend, aber der Weg zu alternativen Antrieben ist trotz ausreichender Öl- und Gasreserven vorgezeichnet.

04.10.2014 Autorevue Magazin

Die österreichische Gesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen nennt sich auch Plattform für Mobilität. Wie der Name schon sagt, handelt es sich um eine Vereinigung, in deren Fokus der Straßenverkehr steht, wenngleich man sich einer Gesamtsicht der Dinge nicht mehr verschließt, zumal auch Hersteller und Betreiber öffentlicher Verkehrsmittel als Mitglieder aufscheinen. Sehr regelmäßig und in letzter Zeit auch immer häufiger initiiert man Diskussionsveranstaltungen zu vielschichtigen Verkehrsthemen, vorzugsweise zu dessen Zukunft. Unlängst lautete das Motto „Mobilität in 20 Jahren – Was treibt uns an?. Im Detail liest sich das Resümee dann so:

„Die globale Energienachfrage wächst nach wie vor ungebrochen, der Mobilitätssektor macht ca. 20% des Endenergieverbrauches aus“, betonte Jörg Adolf, Chefvolkswirt Shell Deutschland, beim GSV-Forum „Mobilität in 20 Jahren – Was treibt uns an?“. So wird sich die Zahl der Pkw von derzeit rund einer Milliarde deutlich auf zwei Milliarden erhöhen, Adolf: „Der Treibstoff dazu wird uns so schnell nicht ausgehen. Die Reichweiten unser Gas- und Ölreserven wachsen.“ Mehr als 50% aller Antriebe werden auch 2035 konventionell betrieben werden. Welche alternativen Antriebskonzepte wie z.B. Batterie- oder Brennstoffzellen sich durchsetzen, bleibt laut Adolf abzuwarten.

„15 Millionen Elektrofahrzeuge bis 2025 in Europa sind machbar“

Die noch länger dominierende Rolle der Verbrennungsmotoren betonte auch Andreas Dorda, Abteilung Mobilitäts- und Verkehrstechnologien im Verkehrsministerium (BMVIT). Das BMVIT fördert zukunftsweisende Entwicklungen, um das damit verbundene Investitionsrisiko abzufedern. „15 Millionen Elektrofahrzeuge bis 2025 in Europa sind machbar, wenn wir die gesetzten Meilensteine erreichen“, betonte Josef Affenzeller, Koordinator Forschung, AVL List. Allerdings sind Elektrofahrzeuge allein kein Ansatz für die Zukunft, es müsse auf Gesamtlösungen hingearbeitet werden.

„Elektrohype“ steht bevor

Michael Fischer, Geschäftsführer E-Mobility Provider Austria, sieht einen regelrechten Elektrohype vor uns. Auch wenn derzeit in Österreich nur 2.200 Elektrofahrzeuge im Vergleich zu 4,5 Millionen Verbrennungsautos zugelassen sind, sollen neue Serienmodelle und geplante Investitionen in die Infrastruktur weitere Kunden zum Umstieg bewegen.

Öffentlicher Verkehr ist Vorreiter bei Elektromobilität

Im öffentlichen Nahverkehr hingegen ist E-Mobilität nichts Neues, stellt Albert Waldhör, Geschäftsführer Linz Linien, klar: „In Wien werden jetzt schon 87% aller ÖV-Fahrgäste elektrisch befördert.“ Umweltfreundliche Antriebe beim öffentlichen Verkehr haben auf die Gesamtumweltsituation allerdings kaum Auswirkungen, der größte Hebel ist der Umstieg vom motorisierten Individualverkehr auf den öffentlichen Verkehr.

Christian Schönbauer, Sektionschef für Energie im Wirtschaftsministerium, betont, dass auch in der Mobilität Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit in Einklang gebracht werden müssen und sieht es nicht als Aufgabe der Politik an, neue Technologien „durchzufüttern“. Der Generalsekretär der GSV, Mario Rohracher, hält abschließend fest, dass sich die Vielfältigkeit der Antriebe in 20 Jahren vor allem im Ballungsraum und bei kürzeren Distanzen zeigen wird.

 

  • Ravenbird

    Zuerst sollten wir einmal die Form der Stromgewinnung festlegen:
    In Österreich gibt es Wasserkraft für die ganze EU. Allerdings gibt es auch ein paar Narren, die deren Nutzung verhindern. Fehlt nur noch, daß diese Leute den Atomstrom aus Tschechien als Grünstrom bei uns teuer verkaufen.
    Die Windradeln stehen auch überall, außer im Sichtfeld der Datschas der Grünen.
    Strom wäre also machbar.
    Eine andere Möglichkeit wären Gasgeneratoren, die als Container an Tankstellen aufgestellt werden und so umweltfreundlichen Strom in ausreichender Stärke für Schnellladungen zur Verfügung stellen könnten.
    In Ballungszentren wären ganze Gaskraftwerke dafür denkbar.
    Auch das wäre machbar – sogar ohne großen Aufwand.
    So wäre auch ein langsamer Übergang von Verbrenner- zu Stromautos machbar. Einfach nebenher.
    Viele, wenn nicht die meisten Menschen fahren keine hundert Kilometer am Tag. Für sie ist das Elektroauto in Form eines BMW i3 ohne Extender die ideale Wahl. Und auch leistbar.

    Dieses Paket ist sofort umsetzbar – worauf warten wir?

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