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Keep calm and BMW

Der Kampf lautet Gewohnheit versus Zeitgeist. Aber wir können beruhigt sein: Bei BMW wissen sie, was sie tun.

02.06.2015 Online Redaktion

Oh, das war ein Fressen für die Unkenrufer, für die Teufel-an-die-Wand-Maler, für die Premium-Protestierer: BMW bringt einen Van mit Frontantrieb und drei Zylindern! Das ist ein Sakrileg, kein echter BMW, die Bayern wissen doch gar nimmer, wo ihre Wurzeln sind!

Wissen sie sehr wohl – man betrachte nur den gelungenen M4. Was BMW macht, und das ist vermutlich ihr Erfolgrezept der letzten Jahrzehnte: BMW bleibt nie stehen, entwickelt sich stetig weiter – UND behält dabei die fahrdynamischen Wurzeln im Auge.

Es begann mit dem E65

Kurze Rückblende: BMW E65, 2001, vulgo Bangle-7er. Auch damals: Großes Geschrei, manche wünschten gar den Designer an die Wand. Dabei hatte sich BMW mit dem polarisierenden Design medienwirksam aus einer veritablen Gestaltungs-Sackgasse befreit, davor sahen 3er, 5er und 7er nämlich WIRKLICH gleich aus. Schön, klassisch, aber gleich. Statt detailversessenem Weiterwursteln entschied man sich für den Befreiungsschlag, und führte ganz nebenbei noch das iDrive ein, das in seiner aktuellen Ausbaustufe zu den besten Infotainment-Bediensystemen am Markt gehört. Facelifts und Modellwechsel entwickelten die Designlinie dann zu einem zeitlos mordernen Markenbild.

BMW 220d Active Tourer xDrive

Weil es funktioniert

Daher die Prognose für die aktuelle Frontantriebsdebatte: Der BMW 2er Active Tourer ist egal. Wenn BMW ein paar Stück verkauft: toll. Wenn sie sich damit in einer weiteren Fahrzeugkategorie etablieren können: großartig! Aber in Wirklichkeit ist der 2er Active Tourer nur ein Wegbereiter. Für Dreizylinder im 3er (und abwärts) und für Frontantrieb in 1er und X1. Und beides passiert nicht, weil mit BMW jetzt die Pferde durchgehen, sondern weil es funktioniert. Der Dreizylinder fährt wunderbar, und dass in kleinen, (relativ) schwachen Autos auch Frontantrieb allen fahrdynamischen Ansprüchen genügt (zumal denen einer heritage-befreiten Premium-Klientel), wissen wir spätestens seit dem MINI. Und so mussten auch die empörtesten Motorjournalisten im Subtext zugeben, dass sich der BMW 2er Active Tourer eigentlich ganz gut fährt.

Brand Management

Wenn BMW etwas verstanden hat, dann, den Begriff „Brand Management“ mit Leben zu füllen. Und der Erfolg der letzten Jahrzehnte gibt ihnen Recht. Wir können uns darüber aufregen. Oder uns zurücklehnen und das Spektakel einer sich wandelnden Automarke betrachten, das wohl auch in den kommenden Jahren nicht abebben wird. Es wäre BMW zu wünschen.

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  • Marcus Lang

    Stimmt! Bei BMW kriegt man alles unter einen Hut! Zuerst wurde Mini als Front-Triebler-Marke zugekauft und man baute keine Vans, weil man dem „sportlichen Geist“ treu bleiben wollte. Mittlerweile ist aber mit der Einführung des 2er Active Tourer gelungen, doch noch Fronttriebler und sogar Van in der Muttermarke BMW zu etablieren. Und nebenbei haben sie noch die geniale i-Linie aus dem Boden gestampft, die beweist, dass Elektro und Hybrid keineswegs mit Mehrgewicht verbunden sein muss. Und wenn die Kunden das eine oder andere heuer noch nicht wollen, sondern erst in 2 Jahren, dann verkauft BMW bis dorthin halt mehr konventionelle 3er und 5er. Aber: Die X-SUVs sind trotzdem eine Katastrophe, so wie alle SUVs von allen Herstellern: eine völlig sinnbefreite Fahrzeuggattung.

  • EinfachIch

    Interessant, der Artikel! Das ist doch eine Werbeeinschaltung von BMW?! Warum ist sie nicht als solche gekennzeichnet?

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