Bei den Toyota-Modellen Prius Plus, Lexus GS und den Sportwagen GT86 wird wieder das alte Kältemittel verwendet.
Bei den Toyota-Modellen Prius Plus, Lexus GS und den Sportwagen GT86 wird wieder das alte Kältemittel verwendet.
 

Kältemittel-Streit: Auch Toyota nimmt Abstand von R1234yf

Drei Modelle werden nach dem zeitweisen Einsatz des umstrittenen Kältemittels wieder auf die alte Substanz umgestellt.

22.08.2013 APA

Nach Daimler setzt nun auch Toyota Maßnahmen gegen das neue Klimaanlagen-Kältemittel R1234yf. Der japanische Autobauer ist in Europa zur alten Substanz zurückgekehrt. Die Umstellung der Produktion habe Ende vergangenen Jahres begonnen und sei im Frühsommer abgeschlossen worden, so ein Sprecher des deutschen Ablegers des japanischen Weltmarktführers am Donnerstag. Betroffen seien drei Modelle, in denen das umstrittene Gas R1234yf zeitweise zum Einsatz gekommen sei. Derzeit würden wegen der in der Öffentlichkeit herrschenden Verunsicherung alle Fahrzeuge in Europa mit dem Kühlmittel R134a befüllt. Dieses Gas war bisher in der Branche üblich, ist jedoch als Klimakiller verschrien. Das neue Mittel gilt zwar als umweltschonender – es erfüllt als einziges die seit Jahresbeginn verschärften Klimaschutzvorschriften – ist aber wegen seiner Brennbarkeit in der Kritik. Gegen die Verwendung kämpft vor allem Daimler.

Keine Probleme bei Umstellung auf alte Substanz

Der Toyota-Sprecher sagte, bei der Umstellung auf die bisher verwendete Substanz habe es keine Probleme gegeben. Für die drei betroffenen Modelle – Prius Plus, Lexus GS und den Sportwagen GT86 – seien bestehende Typgenehmigungen vorgelegen. In diesem Fall darf das bisher verwendete Kühlmittel eingefüllt werden. Einen Zeitplan, wie lange die alte Substanz weiter verwendet werde, gebe es nicht, sagte der Sprecher. Die weitere Entwicklung hänge auch von den Untersuchungsergebnissen des Kraftfahrtbundesamts (KBA) ab. Diese sollen Mitte September vorliegen. In einem Vorabbericht hatte die Behörde R1234yf nach Tests als sicher, aber nicht ungefährlich eingestuft.

Derzeit nur wenige Autos mit dem umstrittenen Kältemittel unterwegs

Auf Deutschlands Straßen fahren indes nur wenige Autos mit dem neuen Kältemittel. Von Jänner bis Ende Juni wurden laut KBA knapp 43.300 damit ausgestattete Fahrzeuge neu zugelassen – bei insgesamt 1,5 Millionen Pkw. Vor allem ausländische Hersteller wie Hyundai, Kia und Chevrolet setzen das umstrittene Kältemittel ein. Auf die Marken Toyota und Lexus entfielen demnach gut 1.700 Fahrzeuge. Als einziger deutscher Autobauer verwendet Opel – wie Chevrolet eine Marke des US-Herstellers GM – die Substanz, und zwar in den Klimaanlagen des Geländewagens Mokka. Volkswagen mitsamt seiner Töchter Audi und Porsche sowie BMW umkurven den Streit und nutzen Ausnahmen in den EU-Regeln, die Übergangsfristen bis Ende 2016 vorsehen. Daimler klagt in Frankreich vor dem obersten Verwaltungsgericht gegen einen Zulassungsstopp, der in dem Kältemittel-Streit verhängt wurde.

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  • Udo Hatzenbichler

    Ganz einfach, Fahrzeuge mit HFO(R)1234yf nicht kaufen. Der Konsument hat die Macht, diese Schweinerei zu Fall zu bringen.

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