Mercedes vs. Frankreich: Noch keine endgültige Lösung in Sicht.
Mercedes vs. Frankreich: Noch keine endgültige Lösung in Sicht.
 

Kältemittel-Streit: EU-Kommission soll endgültige Entscheidung treffen

Auch nach Pariser Urteil keine schnelle Lösung im Kältemittel-Streit in Sicht – nun ist die EU-Kommission am Zug

28.08.2013 APA

Utl.: Berlin sieht trotz Mercedes-Sieg vor Gericht in Paris nun
EU-Kommission am Zug – R1234yf-Hersteller Dupont: Müssen
Mittel wegen EU-Klimaschutzrichtlinie einsetzen =

Auch nach dem Etappensieg für Daimler ist keine schnelle Lösung im Kältemittel-Streit in Sicht. Das oberste französische Verwaltungsgericht hatte entschieden, dass der Zulassungsstopp in Frankreich für Mercedes-Modelle, in denen ein veraltetes Kältemittel zum Einsatz kommt, vorerst aufgehoben werden müsse. Das neue Kältemittel R1234yf, das derzeit als einziges die geltenden Klimaschutzvorgaben erfüllt, hatte Daimler aufgrund massiver Sicherheitsbedenken nicht eingesetzt. Eine endgültige Entscheidung in der Debatte steht aber nach wie vor aus.

Hersteller zuversichtlich: R1234yf müsse aufgrund seiner Klimafreundlichkeit eingesetzt werden

Die beiden Hersteller, Honeywell und Dupont, bekräftigen hingegen ihre Auffassung, das Mittel könne bedenkenlos verwendet werden. „Dupont ist zuversichtlich, dass das neue Kältemittel R1234yf sicher in Kfz-Klimaanlagen genutzt werden kann“, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Honeywell hatte mit Blick auf das Gerichtsverfahren von einem „bürokratischen Ablenkungsmanöver mit negativen Folgen für die Umwelt“ gesprochen.

Der Kältemittel-Hersteller Dupont betonte in einer Stellungnahme am Mittwoch, die Entscheidung habe keinen Einfluss auf die Tatsache, dass die EU-Klimaschutzrichtlinie weiterhin Gültigkeit habe. Diese sieht vor, dass Autobauer mittlerweile das klimaschonendere Kältemittel mit Namen R1234yf in ihren Fahrzeugen verwenden müssen. „Wir glauben fest daran, dass die Kommission auch weiterhin daran arbeiten wird, sicherzustellen, dass alle Automobilhersteller dieser Richtlinie entsprechen“, erklärte Dupont.

Endgültige Entscheidung liegt bei EU-Kommission

Die deutsche Regierung zeigte sich zufrieden mit dem für Daimler günstigen Gerichtsurteil aus Frankreich im Streit um Kältemittel in Klimaanlagen. Das Urteil bestätige und unterstütze die Rechtsauffassung der Regierung, sagte ein Sprecher des Verkehrsministeriums am Mittwoch laut Reuters. Nun sei es Sache der EU-Kommission, für ganz Europa zu entscheiden, wie man mit dem Thema Kältemittel weiter verfahre.

Die EU-Kommission muss in den kommenden Monaten grundsätzlich urteilen, ob das neue Kältemittel eine Gefahr darstellt. Ein Sprecher der Europäischen Kommission hatte am Dienstag gesagt, die Behörde werde sich die Gerichtsentscheidung genau ansehen. Derzeit sehe die Kommission kein generelles Sicherheitsproblem beim neuen Kältemittel.

Greenpeace kritisiert öffentliche Haltung von VW

Unterdessen kritisierte die Umweltorganisation Greenpeace die öffentliche Haltung von Branchenführer VW in dem Streit. Auch VW sei gegen das umstrittene neue Kältemittel R1234yf, trete damit aber öffentlich nicht in Erscheinung und leiste Daimler damit keine Schützenhilfe, sagte Greenpeace-Autoexperte Wolfgang Lohbeck der dpa. VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch habe bereits vor fast einem Jahr deutlich gemacht, er halte CO2 für das richtige Kältemittel in Auto-Klimaanlagen.

Ein VW-Sprecher sagte dazu, er könne die Greenpeace-Kritik nicht nachvollziehen. VW habe sich immer klar zum geplanten Einsatz des Kältemittels CO2 in Klimaanlagen bekannt, zuletzt etwa im Rahmen des Genfer Automobilsalons Anfang März.

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