Streitpunkt R134a - klimaschädlicher aber ungefährlicher?
Streitpunkt R134a - klimaschädlicher aber ungefährlicher?
 

Kältemittel-Streit: Etappensieg für Daimler

Innerhalb von 48 Stunden müssen die französischen Behörden den Zulassungsstopp für Mercedes-Modelle mit dem alten Kältemittel aufheben – bis eine endgültige Entscheidung getroffen wird.

27.08.2013 APA

Im Kältemittelstreit zwischen Daimler und Frankreich hat der Autobauer einen vorübergehenden Sieg errungen. Seit vergangener Woche war der Fall vor dem obersten Verwaltungsgericht in Paris verhandelt worden, am Dienstag setzte das Gericht vorübergehend den seit einigen Wochen herrschenden Zulassungssstopp für Mercedes-Modelle, die mit einem älteren Kältemittel als dem derzeit einzig zulässigen R1234yf betrieben werden, aus.

Vorübergehende Aufhebung des Zulassungsstopps innerhalb von zwei Tagen

Die Justiz ordnete an, dass die Fahrzeuge, die wegen des umstrittenen Kältemittels kein grünes Licht von den Behörden bekommen hatten, bis zu einer endgültigen Entscheidung wieder zugelassen werden. Dies solle innerhalb der nächsten 48 Stunden geschehen. Daimler fühlte sich dadurch bestärkt: „Wir freuen uns sehr, dass der Conseil d’Etat unsere Rechtsauffassung bestätigt hat.“

Frankreich erkannte europaweit gültige Zulassung nicht an

Der Autobauer hatte Klage eingereicht, um den Verkaufsstopp für einige tausend Fahrzeuge zu beenden. Die französischen Behörden weigern sich seit einigen Wochen, Neuwagen der A- und B-Klasse sowie CLA und SL zuzulassen, da deren Klimaanlagen-Kältemittel nicht den Klimaschutzvorschriften der EU entspricht. Das vorgesehene und einzig zulässige Mittel R1234yf will Daimler nicht nutzen und macht Sicherheitsbedenken geltend.

Statt des neuen klimaschonenden Mittels füllt Daimler daher entgegen den seit Jahresbeginn einschlägigen EU-Regeln weiterhin das übliche, aber klimaschädliche Kältemittel R134a in die Klimaanlagen der neuen Mercedes-Modelle ein. Dafür gab das Kraftfahrtbundesamt nachträglich seinen Segen. Diese europaweit gültige Zulassung erkennt Frankreich aber nicht an.

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