Jeep Grand Cherokee 3,0 V6 CRD Overland
Neu und doch irgendwie bekannt.
 

Testbericht: Jeep Grand Cherokee 3,0 V6 CRD Overland

Die großen Cherokees sind wieder auf der Welt, seit es den Diesel gibt.

01.01.2012 Autorevue Magazin

AMC, Chrysler, Daimler, dann der Finanzinvestor Cerberus und jetzt Fiat – richtig allein war Jeep in der Vergangenheit nie. Darum ist es besonders erfrischend, dass sich einer trotz vieler Mitredner völlig treu bleiben durfte: der Grand Cherokee.

Die aktuelle Generation ist seit dem Frühjahr auf dem Markt, richtig angekommen ist er allerdings erst jetzt mit der Einführung des Diesel­motors. Dieser kommt nicht wie früher von Mercedes, sondern wird von der italienischen VM-­Motori zugeliefert. Ein Rückschritt? Definitiv nicht. In ­Antritt und Verbrauch gibt sich die Maschine keine Blöße, beim Geräusch mag er einen Tick lauter sein – doch das ist Jammern auf ­hohem Niveau. Nur das Au­to­matik­ge­triebe dürfte noch aus Mercedes-­Zeiten stammen ­(erkennbar an der Schaltkulisse) und ­würde durchaus einen drehzahlsenkenden sechsten Gang für die Autobahn ver­tragen, ­ansonsten geht die Qualität der Schaltvorgänge in Ordnung.

Jeep Grand Cherokee 3,0 V6 CRD Overland

Rausgeflogen ist die typische hintere Starrachse, was Geländefahrer vielleicht kurz aufschrecken lässt. Zur Versöhnung gibt es das Selec-­Terrain-System, mit dem Fahrwerk, Antrieb und Assistenzsysteme an verschiedene Untergründe angepasst werden – zu bedienen über einen Drehregler (wie bei Land Rover). Serie im Overland ist die Luftfederung, mit der sich der Cherokee im Gelände bis zu 65 mm anheben, im Parkhaus 40 mm absenken lässt.

Mächtig ist nicht nur sein Kühlergrill, auch drinnen scheint manches mit Maßstab 1,2:1 gezeichnet. Halbliter­becher verschwinden nachgerade in den Cupholdern, zarte Hände vermögen das feiste Lenkrad gerade noch zu umfassen. Wem das gefällt, der wird Freude haben mit dem Cherokee.

Overland bedeutet Vollausstattung, da ist vom heizbaren Lenkrad über Abstandstempo­mat (sehr gut), Toter-Winkel-Assi (eher für Highways als für die Wiener Tangente), Navigationssystem mit druckvoller Soundanlage bis zum Panorama-Schiebedach alles mit an Bord, was bei deutschen Kollegen noch richtig teuer wird. Vorurteile sind übrigens unangebracht: Klar blitzt hie und da noch ein Plastikteil durch, dieses ist aber gewiss von Leder und Wurzelholz umgeben – und die Verarbeitung ist toll. 

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