Jaguar XJ 3,0 V6 S/C AWD LWB
Jaguar XJ 3,0 V6 S/C AWD LWB
 

Testbericht: Jaguar XJ 3,0 V6 S/C AWD LWB

Der Jaguar XJ ist jetzt auch mit Allrad zu haben. Ach, das ist ja wirklich interessant, erzählen Sie das bitte meinem Chauffeur, der wird sich drum kümmern.

01.06.2013 Autorevue Magazin

Es ist nämlich so, dass wir den XJ zwar mit dem neuen, in Graz gefertigten Allradsystem testeten, aber zufällig war es einer mit langem Radstand, und da treten gleich andere Prioritäten ins Bild. Zum Beispiel nahmen wir zuerst nicht wie gewohnt hinter dem Lenkrad Platz, sondern auf einem der elektrisch verstell-, beheiz- und belüftbaren Rücksitze. Das Lenkrad war von diesem Rücksitz aus dermaßen weit entfernt, dass wir uns fragten, ob es noch zum selben Auto gehörte.
Das ist Lebensart, meine edlen Damen und Herren.

Jaguar XJ 3,0 V6 S/C AWD LWB

Die Tischchen für hinten sind aber umsonst: rutschig, schief und ohne Vertiefungen

Im Jaguar XJ wirkt eine Dichtheit des Luxus, wie sie sonst kaum zu finden ist. Das kriegen sie jenseits der Kronkolonie nicht hin, und sogar der Maybach war eine Hüttn dagegen.
Dass der XJ (und der XF) jetzt auch mit Allrad erhoben werden kann, vergrößert nicht den Luxus, verringert aber die Schwierigkeiten, die dem Besitzer oder dessen Personal im niederen Alltag entgegentreten können. Dazu gehört zum ­Beispiel die glatte Straße.

Made by Steirermen

Dieser Allradantrieb wurde bei Magna in Graz entwickelt und von Jaguar fein fertiggemischt, und zwar unter einigem Aufwand, denn er war ­ursprünglich nicht geplant. Deshalb mussten sie die ­Bodengruppe um- und einen zusätzlichen Hilfsrahmen einbauen. Eine elektronisch gesteuerte Lamellenkupplung verteilt das Drehmoment nach Bedarf, von 100 Prozent hinten bis 100 Prozent vorne. Es gibt einen Wintermodus, in dem die Vorderachse immer mindestens 30 Prozent der Kraft abbekommt.
Apropos abbekommt: Bis auf Weiteres bekommt den Allradantrieb nur der Dreiliter-Kompressormotor ab. Diesel und V8 gehen leer aus. Der Aufwand war für das Unternehmen auch so groß genug.
Es hat sich aber gelohnt. Der Kompressor ist erste Sahne, die Achtgangautomatik ebenso, und der Allradantrieb arbeitet im Frühling unauffällig, weil gar nicht.

Wozu überhaupt das alles?

Erstens, weil wieder Winter kommt. Und zweitens zur ­Erweiterung des Produkt­portfolios. In den USA und in Russland sind Allradlimousinen begehrt. Mercedes und BMW bieten solche an, also befiehlt es das schlichte Konkurrenzdenken, das nachzumachen. Es ist ja sowieso seltsam, wenn man ein Superauto wie den XJ hat und dann treiben den nur zwei Räder an, oder?

  • Robert Wenig

    Ich hatte bisher 7 Jaguar (alte Modelle)und war eigentlich
    sehr zufrieden!Audi, BMW bzw. Mercedes waren in der Erhaltung teuerer und im Wiederverkauf ab 200 000 km genauso
    zu vergessen!
    Allrad ist bei diesen Autos wichtig. Da muß man nicht unbedingt im Gebirge wohnen!
    Als Benziner braucht dieses Auto zu viel Sprit!
    Beste Grüße
    Robert Wenig

  • Alexander Gallati

    Seit wann ist Großbritannien eine Kron“kolonie“?

    Ab in die Strafkolonie und 100 Stunden Atlas und Geschichtsbücher studieren…

    • Wolfgang Hofbauer

      Jaguar gehört einem indischen Unternehmen. Selber ab in die Strafkolonie!
      Lg
      WH

  • ReinhardP

    Köstlich geschriebener Artikel! Das ist es, was ich an der Autorevue so schätze: diese konstante Lockerheit im Schreibstil – mittlerweile über Generationen hinweg!

    • Wolfgang Hofbauer

      Danke!

pixel