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Überzeugt Jaguar in der Mittelklasse?

Mit dem Jaguar XE unternehmen die Briten einen neuen Anlauf Richtung Premium-Mittelklasse, ist der Neue Konkurrenzfähig?

27.04.2015 Online Redaktion

Der Jaguar XE ist nicht nur ein rundum gelungenes Auto – er ist auch erfahrbar ein Jaguar. Neu durchkonstruiert, mit neuen Motoren und gebaut in einer neuen Fabrik auf dem Gelände des Land Rover-Stammwerkes im britischen Solihull. Und er ist vom Preis her konkurrenzfähig aufgestellt. Der XE 20d mit Handschaltung und 180 PS hat einen Basispreis von 37.650 Euro. Ein von der Leistung her in etwa vergleichbarer Mercedes C 220 d (170 PS) startet bei 40.460 Euro, der Audi A4 2.0 TDI (190 PS) bei 37.800 Euro und der BMW 320d (184 PS) ab 38.200 Euro. (Alle Preise inkl. NoVA & MwSt.)

Autokatalog 2015: Mittelklasse

Das perfekte Dienstauto?

Speziell auf die Dienstwagen-Fuhrparks zielt Jaguar mit einer 163-PS-Version des Diesels. Die kostet zwar mit 30.656 Euro um ein paar Euro weniger als der stärkere Diesel, sorgt aber für schmalere Unterhaltskosten – etwa im Verbrauch, der offiziell bei 3,8 Litern auf 100 Kilometern liegen soll, oder dank der auf zwei Jahre verlängerten Wartungsintervalle. Auch die Garantiezeit passt nun mit drei Jahren perfekt zu den üblichen Leasingzeiträumen.

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© Bild: Werk

Klar, sportlich, stringent

Schon optisch hat der neue XE nichts mehr mit seinem eher rundlich barocken Vorfahren zu tun. Das Außendesign der 4.672 mm langen, 2.075 mm breiten und 1.416 mm hohen Limousine folgt der aktuellen Optik der Briten: Klar, sportlich, stringent. Auch innen besteht keine Verwechslungsgefahr mehr – vor allem in der Automatik-Version. Dort findet sich natürlich der Drehknopf für die Achtgang-Automatik von ZF, der nach dem Drücken des Startknopfes aus der Mittelkonsole hochfährt und über den sich die Fahrstufen einstellen lassen. Das Navigationssystem hat einen angemessen großen Bildschirm und die Darstellung mit der Pixelei früherer Jahre nichts mehr zu tun.

Überzeutgt die Qualität?

Der Qualitätseindruck rundum entspricht dem Premiumanspruch der Briten: von kühler Eleganz, sachlich, passgenau, sauber verarbeitet, die Materialien hochwertig. Eine gute Mischung aus Komfort und Seitenhalt bieten die vorderen Sitze. Vorne sind die Platzverhältnisse üppig – hinten auch dank der coupéhaften Dachlinie eher eingeschränkt. Aber das kann die Konkurrenz auch nicht besser. Der Laderaum liegt mit 450 Litern im klassenüblichen Rahmen.

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© Bild: Werk

Jaguar XE S mit V6

Wer satten Fahrspaß inklusive Kompressorsurren sucht, für den ist der XE S mit V6-Benziner und 340 PS die beste Wahl – der kostet dann allerdings auch die Kleinigkeit von 64.300 Euro. Aber auch der Vierzylinder-Turbodiesel mit 132 kW/180 PS passt schon bestens zu der sportlichen Linie des XE. Nach dem Anlassen meldet sich der Diesel zwar kerniger als bei der Konkurrenz – doch nach den ersten Kilometern legt sich das dann deutlich, wenn auch nicht völlig. Störend ist das zu keiner Zeit – und warum auch muss ein Diesel eigentlich immer klingen wie ein Benziner?

Fahreigenschaften des XE

Auch bei dem nun etwas über 1,5 Tonnen schweren XE hat Jaguar konsequent auf Leichtbau gesetzt: Über drei Viertel der Rohkarosse besteht aus überwiegend hochfesten Aluminium-Legierungen. Lediglich die Türen sind wie gehabt aus Stahl und eine Bodenplatte im Heck, die für ein Gewichtsgleichgewicht zum Vorderwagen mit dem Motor sorgen soll. Insgesamt wiegt die Rohkarosse nur noch 342 Kilogramm. Ein weiterer Vorteil der Alu-Karosse: Der XE ist extrem verwindungssteif. Das hilft mit zu einem stehst präzisen Handling. Entsprechend stoisch wieselt die Limousine um Kurven und über schlechte Straßen. Grund zum automatischen Nachregeln findet die Elektronik kaum. Neu ist die elektromechanische Lenkung, über die Assistenzsysteme wie ein Parkpilot erst möglich werden. Die Lenkung haben die Entwickler gut hinbekommen: Präzise, ausreichend rückmeldend, stramm genug für sportlicheres Fahren.

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© Bild: Werk

Leistung und Verbrauch

Der Diesel entwickelt ein maximales Drehmoment von 430 Nm, das ab 1.750 U/min. an die Hinteräder geleitet wird. Genug für eine flotte Gangart – wenn auch ein Wimpernschlag Zeit vergeht zwischen dem Druck aufs Gaspedal und der Umsetzung des Beschleunigungsbefehls. Immerhin lässt sich in der Automatikversion das alles etwas forcieren, wenn man per Knopfdruck in den Dynamic-Modus schaltet und den Gangwahlhebel auf „S“ stellt. 7,8 Sekunden braucht der Diesel-XE aus dem Stand auf Tempo 100 – auch das liegt auf Konkurrenzniveau. Schluss ist bei 228 km/h (Automatik), bzw. bei 231 km/h (6-Gang-Handschalter). Überholen wird zur lässigen Angelegenheit, auch lange Strecken sind entspannt zu fahren. Dass dabei die 4,2 Liter Durchschnittsverbrauch nicht reichen, die Jaguar offiziell angibt, ist klar. Im Alltag sollte man eher mit sieben Litern rechnen. Aber auch das ist bei anderen Mittelklässlern nicht viel anders.

Was bleibt als Fazit?

Für alle, die sich aus dem deutschen Allerlei des Triumvirats Audi-BMW-Mercedes herausheben wollen und Wert legen auf individuelles Auftreten, ist der Jaguar XE eine gute Alternative. Die britische Raubkatze kann bestens mithalten im Mittelklasse-Dschungel.

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  • Peter Schmidt

    Gefällt mir gut. Schaut v.a. hinten aus wie ein Audi A5 und dürfte von der Serienausstattung weit besser sein als das „Triumvirat“.

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