Eine, von italienischen LKW-Fahrern, blockierte Autobahn in Italien.
2012 demonstrierten LKW-Fahrer aufgrund des Anstiegs der Benzinpreise, der Versicherungskosten und der Autobahnabgaben.
 

Italien: Lkw-Fahrer blockieren Straßen

In mehreren Ortschaften kam es aufgrund von Demonstrationen und Straßensperren zu massiven Verkehrsproblemen.

09.12.2013 APA

Seit heute wird in Italien eine landesweite Protestaktion von Lkw-Fahrern durchgeführt. Grund ist der zunehmende Steuerdruck unter dem die Berufssparte zu leiden hat. Die Gewerkschaft Trasportounito, mit 7.000 Mitgliedern, hat zu wilden Streiks aufgerufen. Protestiert wird auch gegen die umfangreichen Liberalisierungspläne der Regierung Letta und gegen die hohen Benzinsteuer.

Blockaden legen Lkw-Verkehr lahm

In mehreren Ortschaften kam es zu Demonstrationen und Straßensperren. Auf der Autobahn Turin-Mailand wurde unweit der piemontesischen Ortschaft Carisio eine Straßenblockade errichtet. Damit wurde der Lkw-Verkehr lahmgelegt. In Turin wurde der Lkw-Zugang zu einem großen Lebensmittellager blockiert, der den ganzen piemontesischen Raum beliefert. Auch in der Nähe von Verona kam es zu Protesten.

Kleine, militante und gut organisierte Minderheit

Bei den Aktivisten handelt es sich um eine kleine, aber militante und gut organisierte Minderheit unter den Fernfahrern. Der Protest richtet sich gegen die hohen Benzinkosten, die steigenden Mautgebühren und Versicherungskosten. Ein Liter Benzin kostet fast überall in Italien 1,80 Euro, Diesel nur unwesentlich weniger. Das Transportgewerbe hat infolge der Krise massive Einbußen erlitten. Fast die Hälfte der Demonstranten sind selbstständige Kleinunternehmer, die um ihre Zukunft bangen.

Demonstrationen von 2012

Zu ähnlichen Protestaktionen war es bereits im Jänner 2012 gekommen. Damals gab es Streiks und Straßenblockaden, der Autobauer Fiat musste seine Fabriken schließen, weil Zulieferungen ausblieben. Die Preise für Obst und Gemüse stiegen deutlich. Begonnen hatte damals der Ausstand auf Sizilien. Dort hatte sich eine Bewegung unter dem Namen „Forconi“ (Mistgabeln) gegründet. Dabei handelte es sich vor allem um Kleinbauern, die gegen die Krise in der Landwirtschaft protestieren und die Auswirkungen der Globalisierung fürchten.

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