Audi Concept Crosslane Designchef Wolfgang Egger Interview Zukunft Future Lab
Audi Designchef Wolfgang Egger.
 

Gründlicher Neuansatz

Designchef Wolfgang Egger, 49, über Reduktion als neue Sprache, die Rücksichtnahme auf den chinesischen Geschmack und den Q7 als urbanes Mobilitätskonzept.

06.02.2013 Autorevue Magazin

Concept Crosslane Coupé – Das erste Fahrzeug, das zur Gänze unter der Leitung von Designchef Wolfgang Egger entstanden ist. Mit der Studie wird die neue Audi-Formen­sprache vorgestellt und ein konkreter Ausblick auf die nächsten Q-Modelle, vor allem die neuen Q-Coupés gegeben. Wolfgang Egger war früher Chefdesigner von Alfa Romeo, wechselte 2007 zu Audi und übernahm Anfang 2012 die Gesamtleitung von Audi Design.

Mit dem Audi Crosslane Concept geben Sie einen Ausblick auf die neue Audi-Formensprache. Warum hat es gerade die Q-Familie getroffen, die Neuordnung von Audi anzuführen?

Im Sinne des Zeit­geistes suchen wir – mit dem Anspruch auf Innovation – eben auch nach innovativen Konzepten. Urbane Mobilität ist ein Riesenthema, und wir wollen uns mit Designlösungen diesem Thema stellen. Der Crosslane ist eines der urbanen Konzepte, die in den Zeitgeist hineinpassen. Dies ist ein Auto für Leute, die gerne in die City zum Shoppen fahren. Das passt zum aktuellen Lifestyle.

Stichwort Reduktion: Wie steht es um die Größe der Q-Modelle?

Wir haben uns viele Gedanken über die Größe gemacht. Die Kompaktheit als Wert wollen wir durch zusätzliche ­Modelle schaffen. Ein Q7 bleibt ein
Q7, er ist so erfolgreich, wie er ist. In ­Österreich findet man den größten Q7-Bestand zum Beispiel in der Wiener ­Innenstadt, er ist also auch in Österreich ein urbanes Fahrzeug. Es ist unglaublich, aber es ­bestätigt eben auch, wie der Kunde hier reagiert.

Jeder dritte Audi wird mittlerweile in China verkauft. Wie stark beeinflusst die Nachfrage aus anderen Weltgegenden den Designer?

Sehr stark. Wir wollen auf die einzelnen Märkte eingehen können. Zum Beispiel die Limousinen-Langversionen in China müssen in der nächsten Generation noch mehr von Anfang an mitgedacht werden. Immer mit Respekt vor der Audi-DNA, die nicht viele Spielereien zulässt. Wir müssen aber mehr auf den Geschmack der Chinesen eingehen durch Varianten oder spezielle Ausstattungen, denn die neue Reduziertheit lässt nichts anderes zu.

Seit kurzem gehört Ducati zur Audi-Gruppe. Wird diese Nähe den Horizont des Audi-Designs erweitern?

Für uns Designer ist es faszinierend, ­Parallelen und Transfer zu schaffen. Wir kommen im Studio wieder mehr in eine Bauhaus-Philosophie hinein, die den Austausch der Disziplinen forciert. Da müssen wir ran, wenn wir Avantgarde sein wollen und weiter auf Design-­Leadership setzen. Was mich persönlich an Ducati begeistert, ist die Verbindung von Technik und Design, zum Beispiel bei den Bremsen und bei den Endrohren. Da wird Funktion über das Design faszinierend dargestellt. Wir können uns da viel abschauen.

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