Der Tesla Roadster
Infineon glaubt an den Durchbruch der E-Mobilität bis 2020.
 

Infineon glaubt an den Durchbruch der E-Mobilität bis 2020

Der deutsche Chiphersteller Infineon prognostiziert die Verzehnfachung des Geschäfts mit E-Autos bis 2020.

23.01.2014 APA

Der Durchbruch der Elektro-Mobilität könnte dem Chiphersteller Infineon bis 2020 den zehnfachen Umsatz bei E-Autos bringen. Noch macht diese Sparte nur ein Zehntel des Umsatzes aus, diesen macht Infineon mit Chips für Verbrennungsmotoren. „Je nachdem wie schnell sich die E-Mobilität durchsetzt, könnten beide Geschäfte bis zum Ende des Jahrzehnts das gleiche Volumen haben.“

Geschäft mit E-Autos im Aufbau

Mit konventionellen Antrieben mache Infineon etwa ein Drittel des Sparten-Umsatzes von zuletzt 1,72 Mrd. Euro, sagte Hanebeck. Dagegen bringe das Geschäft mit E-Autos erst einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Enormes Potential

Wie viel Luft nach oben ist, zeigt das Extrembeispiel des elektrischen BMW i3: In jedem Modell stecken laut Hanebeck Infineon-Produkte für mehrere hundert Euro. Im Schnitt aller 2013 gebauten Autos waren es nur rund 20 Euro. Allerdings hat Infineon nicht bei jedem E-Auto so hohe Anteile wie beim i3. Doch der Trend ist eindeutig: Über alle Segmente hinweg steckten in einem Wagen mit Verbrennungsmotor Halbleiter für 340 US-Dollar (251 Euro), sagte Hanebeck. Bei einem Elektro-Auto sei es fast doppelt so viel. „E-Mobilität ist also ein hochinteressantes Geschäft für uns“, sagte der Manager. Dabei sei es für Infineon egal, ob der Strom aus einer Batterie oder Brennstoffzelle komme.

Vorteil der strengeren CO2-Grenzwerte

Welche Technologie sich durchsetzt, ist also unerheblich – entscheidender ist die Frage, wann der große Durchbruch der Stromer tatsächlich gelingt. Und das steht in den Sternen. Solange muss sich Infineons Autosparte auf das angestammte Geschäft konzentrieren, das laut Hanebeck ebenfalls von strengeren CO2-Grenzwerten profitiert. So setzten die Autobauer neben sparsameren Benzin- und Diesel-Motoren auf mehr Effizienz auch bei anderen elektrischen Bauteilen wie etwa Pumpen, die nur noch bei Bedarf anspringen.

Umsatz mit Sicherheitskomponenten dürfte steigen

Daneben dürfte speziell der Umsatz mit Sicherheitskomponenten zulegen. Denn künftig werden Assistenzsysteme bei Crashtests bedeutsamer – und Hanebeck setzt darauf, dass die Autohersteller daher mehr elektrische Helfer wie Bremsassistenten oder Fußgänger-Erkennung einbauen. Dazu braucht es unter anderem teure Radar-Technik, mit der Infineon punkten will. „Das sind sehr anspruchsvolle Halbleiter.“

In Richtung 2 Mrd. Euro Umsatz unterwegs

Damit dürften sich die Geschäftsanteile stärker zu den Antriebssträngen und Sicherheitssystemen verschieben, die derzeit ein Drittel, beziehungsweise ein Viertel des Spartenumsatzes ausmachten. Insgesamt liegt das Geschäft mit Halbleitern für Autos auf Kurs zu 2 Mrd. Euro Umsatz. Konzernweit peilt Infineon in diesem Geschäftsjahr sieben bis elf Prozent Plus an.

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