KAIST OLEV-Bus in Gumi City (Südkorea)
In Gumi ist die zukunftsträchtige Technik schon unterwegs: Der Bus sammelt seine Energie unterwegs aus der Straße auf.
 

Induktionsbusse – Oberleitung war gestern

Eine koreanische Universität bringt die Induktionstechnik für Elektrobusse zur Serienreife.

12.08.2013 Online Redaktion

Oberleitungsbusse sind ja gar keine so blöde Idee. Mit moderner Motorentechnik fahren sie deutlich leiser als Dieselbusse, außerdem können die lokalen Emissionen deutlich reduziert werden und überhaupt: In einem Land wie Österreich, wo Strom zu großen Teilen aus Wasserkraft gewonnen wird, macht ein Elektrobus auch in der Gesamt-Energiebilanz Sinn. Trotzdem werden die O-Busse eher zurückgedrängt, als gefördert – in Innsbruck etwa wurden die Oberleitungsstrecken gänzlich aufgegeben.

Bringt uns Induktionstechnik die Elektrobusse zurück?

Neuen Auftrieb könnten die Elektrobusse nun durch die Induktionstechnik bekommen. Das Korea Advanced Institute of Science and Technology in Daejon (Südkorea) tüftelt schon seit längerem an Bussen, die ihre Energie kabellos über im Boden verlegte Induktionsleitungen beziehen. 100 kW Leistung können konstant über eine Distanz von 17 Zentimetern berührungslos übertragen werden, der Wirkungsgrad der Übertragungstechnik liegt bei 85 Prozent. Dabei muss nicht einmal die gesamte Strecke elektrifiziert sein – höchstens ein Fünftel der Wege muss mit Induktionsschleifen ausgestattet sein, es bieten sich etwa Haltestellen, Ampelbereiche und steile Straßenabschnitte an. Den restlichen Weg überbrückt der Bus mit einem Akku, der im Vergleich zu bisherigen batterieelektrischen Bussen deutlich kleiner ausfallen darf.

Die SMFIR-Übertragungstechnik (Shaped Magnetic Field in Resonance) soll außerdem für eine gute magnetische Abschirmung sorgen – die Belastung liegt deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten. Darüber hinaus werden die Induktionselemente nur aktiviert, wenn tatsächlich ein Bus darüberfährt.

Feldversuch in Gumi, Batteriebusse in Wien.

Die Technik wurde schon bei der Expo in Seoul letztes Jahr getestet, seit 6. August fahren in der Stadt Gumi zwei dieser sogenannten OLEV-Busse (Open Leading Electric Vehicle) im Regelverkehr. Ist der Feldversuch erfolgreich, sollen im kommenden Jahr zehn weitere Induktionsbusse dazukommen. Schon früher wurde die SMFIR-Technik für Bummelzüge in einem Freizeitpark ausprobiert. In Wien sind seit 2012 auf den Innenstadtlinien 2A und 3A batterieelektrische Busse mit einer Reichweite von 150 Kilometern im Einsatz. Die Batterien werden dabei an den Endstationen der Linien mit einem Stromabnehmer in 15 Minuten aufgeladen.

Hier gibt’s noch ein Erklärungsvideo zu den OLEV-Bussen:

pixel