Ich, des Wahnsinns fette Beute

Raphael Sperrer präsentiert auf dem Pannoniaring seine neueste Eskalationsstufe des X-Bow. Hilfe!

12.07.2010 Online Redaktion

So holprig der Name auch klingt, so informativ ist er. X-Bow 430.334. Der erste Wert ist das maximale Drehmoment, der zweite die PS-Zahl. Raphael Sperrer hat dem Konzept des X-Bow, nämlich für Bundesstraßen wie Rennstrecken gleichermaßen geeignet zu sein, seinen Stempel aufgedrückt. Und der trägt den Titel „Rennstrecke“.

Die Leistungssteigerung ist heutzutage keine große Kunst. Auf die Qualität kommt es eben an. Neues Steuergerät, Racing-Kat, andere Laderkonfiguration, Luftansaugung direkt neben dem Fahrerkopf. Fertig. Statt einfaches Hinterhofgaragen-Chiptuning.

334 PS in einem X-Bow. Fragt man Sperrer nach der optimale Leistung, also dem Höchstgrenze, die überhaupt noch auf den Beton zu bringen ist, sagt er: „334 PS“. Wen wundert´s? Weil das aber eine Power ist, die dir den elementaren Wunsch, die nächste Runde einfach nur zu überleben ins Gehirn treibt und bei der dir dein Verstand den Angstschweiß auf die Stirn jagt während du schon schreist, aber du noch immer einen höheren Gang hast, den du einlegen kannst, oder zwei, oder drei. Weil das alles also derart an deinen Nerven zehrt, wundert man sich über den nächsten Satz umso mehr: „ Aber das gilt jetzt. In ein paar Jahren sieht das schon wieder anders aus.“ Herrje.

Pannoniaring. Proberunde. Auf dem Beifahrersitz. Weil es regnet und Nässe nun mal der Feind von Menschen ist, die an ihrem Leben hängen.

Sperrer startet. TSCHUCK TSCHUCK. Die Luftansaugung neben deinem Kopf macht dich wahnsinnig vor Freude. So muss das klingen. Warum um alles in der Welt hat der Serien-X-Bow nicht diesen Sound? „Weil man bei KTM befürchtete, dass die normalen Fahrer das nervtötend finden.“ Aha. Diese Warmduscher. Apropos warme Dusche. Das wäre jetzt genau das Richtige. Wie sehr man den Verzicht beim X-Bow maximiert hat, wird vor allem bei zehn Grad Celsius und Regen wie in diesem Moment am Panoniring deutlich. „Ist doch toll. Da bist du nah dran an der Natur“, meint Sperrer. Und Recht hat er. Irgendwie.

334 PS. In Worten: dreihundertvierunddreißig Peh-ess.

Den Regen spürst du nicht wenn du nicht fährst. Den Wind umso mehr. Sperrer richtet alles, was sich an Privatfahrer noch so auf der Strecke befindet. Die Jungs, die den Ariel Atom fahren, glauben an keinen Gott mehr. Ich dafür jetzt schon.

Mit manchen Kurven muss Sperrer kämpfen, dem X-Bow seinen Willen aufzwingen. Aber deswegen sitzt er ja am Steuer und nicht ich. Zurück in der Box ist man um zwei Erkenntnisse reicher. Erstens, dieses „Auto“ ist für Auskenner von hohen Gnaden. Zweitens: Raphael Sperrer hat seinen ganz eigenen Blick auf die Physik.

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