Besucher auf der IAA 2013
Selbstfahrende Fahrzeuge sind ein Schwerpunkt auf der IAA 2013
 

IAA: TÜV stellt bei selbstfahrenden Fahrzeugen Forderungen

Der technologische Fortschritt hat schon immer starken Einfluss auf die Automobilindustrie gehabt. Bei der diesjährigen IAA zeigten sich die Vor- und Nachteile des selbstfahrenden Autos.

20.09.2013 APA

 

Der technologische Fortschritt wird wohl auch bei den Quartett-Karten seine Spuren hinterlassen: wo einst PS und Drehzahl das Herz des Autofahrers höher schlagen ließen, sind es nun die Smartphone-Anschlüsse und Online-Anbindungen, die einen Fahrzeugkauf entscheiden. Sogar ein Drittel der deutschen Autofahrer interessiere sich für ein selbstfahrendes Fahrzeug: der Mensch von morgen wird Autofahren ohne ein Auto zu fahren, so eine kürzlich veröffentlichte BITKOM-Studie („Große Mehrheit für intelligente Verkehrssysteme„). Neben Verkehrssicherheit ist jedoch auch die IT-Sicherheit zu beachten, TÜV AUSTRIA ist hier als bereichsübergreifende Prüforganisation ein wichtiger Partner.

Selbstfahrende Autos sollen Volkswirtschaft freuen

50 Prozent aller angebotenen Neufahrzeuge werden bis 2016 vernetzbar sein, zeigt die BITKOM-Studie, jährlich sollen allein in Deutschland 10 Mrd. Euro volkswirtschaftliche Kosten pro Jahr möglich sein, aufgrund von Stauvermeidung, Verringerung der Zeitverluste und Minderung der Umweltbelastung. Das selbstfahrende Auto bietet nicht nur neuen Fahrkomfort, sondern kurbelt in krisenbehafteten Zeiten auch die Wirtschaft an. Denn echte Innovationen sind nur noch durch Kombination verschiedener Technologiebereiche, wie z.B. Materialwissenschaften, Motoren- und Energietechnik sowie Informationstechnologie zu erreichen.

Hacker-Angriff

Peter Häußermann, Leiter des Bereichs Elektrik/Elektronik Telematik der Daimler AG, bezeichnete das Smartphone bereits als „digitalen Copiloten“, mit „always on“, sodass die Fahrer die „Welt als permanente Gemeinschaft“ erlebten. Doch der kürzlich mit Erfolg durchgeführte Hacker-Angriff auf ein „vernetztes Fahrzeug“, wenn auch unter Laborbedingungen, zeigt die Schattenseite dieser bedeutsamen Entwicklung.

Forderungender TÜV AUSTRIA Gruppe

1. Bildung

Fachkompetenz von Ingenieuren und Technikern im Automobilbau muss zukünftig auch grundsätzliches Wissen im Thema Cybersicherheit umfassen. Hier sieht TÜV AUSTRIA in den aktuellen Studien- und Ausbildungsgängen deutlichen Nachholbedarf. Lehrpläne müssen zügig angepasst werden, um mit der rasanten technologischen Entwicklung Schritt halten zu können.

2. Research & Development

Cybersicherheit muss im Entwicklungsprozess von Anfang an berücksichtigt werden – „Security by Design“ ist bereits seit Jahren gelebte Praxis im Automobilbau – das muss auch für die im Hinblick auf drohende Manipulationen der IT-Komponenten sicher gestaltet werden. Mit der zunehmenden Verwendung von sogenannten Cyber Physical Systems in Automobilen ist insbesondere auf vertrauenswürdige Zulieferer zu achten. Es ist auch nicht zuletzt in der Verantwortung der Hersteller, die kommenden Systeme unter diesen Aspekten zu entwickeln und stetig zu verbessern.

3. System-Updates

Der steigende Grad an kommunikativer Elektronik mit verkehrsübergreifender Vernetzung stellt die Fahrzeughersteller bereits heute vor große Herausforderungen. Bislang haben sich die Kfz-Werkstätten mit einem Stecker beim Werkstattbesuch eingewählt – in Zeiten niedrigerer Serviceintervalle der Fahrzeuge ist es vielleicht wünschenswert, Fahrzeuge – wie einen Computer – regelmäßig „upzudaten“. Schließlich erstreckt sich die Gewährleistung der ausfallsicheren Funktionsweise auf die Notwendigkeit der Sicherstellung von manipulationssicheren Systemen.

4. Rechtsrahmen

Klare Vorgaben der Gesetzesgeber sind sowohl auf nationaler wie internationaler Ebene dringend erforderlich. Die europäische Typgenehmigungsrichtlinie wird bereits in Zukunft eindeutige Richtlinien beinhalten.

Schwerpunkt auf der IAA 2013

Die Vernetzung des Alltags hat nun endgültig die Automobil-Industrie erreicht. Neben Elektromobilität war das „Vernetzte Automobil“, das „Smartphone auf vier Rädern“ das Schlüsselthema auf der 65. Internationalen Automobil Ausstellung in Frankfurt am Main. Schon längst denkt die Entwicklung weit jenseits den bekannten elektronischen Bordsystemen mit je nach Fahrern auf Stick gespeicherten Fahrpräferenzen wie Sitzposition, Lieblingsradiosender oder Klimatisierung. Dr. Dirk Hoheisel, Geschäftsführer der Robert Bosch GmbH, bezeichnete die „Cloud“ (Datenwolke) als treibende Kraft der Fortschritte für Sicherheit, Komfort und Kraftstoffeffizienz im Auto und im Straßenverkehr. Vor dem Hintergrund dieser rasanten Entwicklung könnte die Cybersicherheit von Automobilen für europäische Hersteller zukünftig ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal gegenüber der Billigkonkurrenz aus Fernost sein.

 

  • Ravenbird

    Heinein setzen, Ziel dem Computer mitteilen, eventuell noch in den Verkehrsfluß manuell einfädeln und dann zurück lehnen.
    Ich kann es kaum erwarten!

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