Der Opel Ampera von vorne, angschlossen an eine Aufladestation
Der Ampera soll künftig um 7.600 billiger sein, also 38.300 Euro kosten. (Preise für Deutschland)
 

IAA Frankfurt Elektroauto Preiskampf

Die Nachfrage nach E-Autos ist noch immer eher gering, dennoch machen sich die Hersteller große Hoffnungen.

10.09.2013 APA

 

Der deutsche Autohersteller Opel wird sein Elektroauto Ampera deutlich günstiger als bisher auf dem Markt anbieten. „Ab sofort gibt es den Innovationsträger Opel Ampera in Deutschland bereits ab 38.300 Euro. Das sind 7.600 Euro weniger als bisher bei identischer Ausstattung“, teilte die Adam Opel AG am Montag in Rüsselsheim mit. Der Hersteller versteht die Preissenkung als „wichtigen Anschub für diese noch immer zu wenig verbreitete, umweltfreundliche Art der Mobilität“.

Bisher geringe Stückzahlen

Der Ampera wird seit Februar 2012 an die Kunden ausgeliefert und war im vergangenen Jahr nach Unternehmensangaben der meistverkaufte Elektro-Pkw in Europa mit einem Marktanteil von mehr als 21 Prozent. Im ersten Halbjahr 2013 wurden demnach in Europa 14.266 Stromautos verkauft, davon 1.328 Ampera. Der Marktanteil lag bei gut neun Prozent, sagte ein Unternehmenssprecher: „Damit ist der Ampera im ersten Halbjahr an Position drei im europäischen Elektro-Pkw-Markt.“

Mutter hat es vorgezeigt

Die Mutter General Motors hat zudem das nahezu baugleiche Schwesterfahrzeug Chevrolet Volt am Markt. „Der Opel Ampera war das erste Elektroauto eines europäischen Herstellers im Handel“, sagte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann am Montag beim „Zeit“-Zukunftsgipfel in Frankfurt: „Wir bei Opel investieren weiter in Elektroantriebe und glauben an eine emissionsfreie automobile Zukunft.“

Elektromobilität für jeden

Der Hersteller erklärt den Schritt mit der effizienten Serienfertigung und Einsparungen beim Komponenteneinkauf und betont seinen „Willen, Elektromobilität für jedermann bezahlbar zu machen“.

Reaktion auf BMW und VW

Hintergrund dürfte aber auch sein, dass BMW und Branchenriese VW auf der Weltleitmesse IAA eigene Elektroautos präsentieren. Bis Ende 2014 sollen insgesamt 16 neue Elektro-Modelle aus deutscher Produktion bei den Händlern stehen. Der Kleinwagen VW E-Up wird zum Einstiegspreis von rund 27.000 Euro angeboten, der BMW i3 startet bei 35.000 Euro – ohne den kleinen Motor zur Reichweitenverlängerung. Daimlers Smart ist ab knapp 24.000 Euro zu haben, hat aber nur zwei Sitze. Neumann kommentierte den Angriff der Konkurrenz gelassen: „Der Ampera bleibt das Flaggschiff der Elektromobilität in Europa.“

Kein reines Elektroauto

Die Elektromobilität wird bisher von teuren Batterien und relativ geringen Reichweiten gebremst. So schafft etwa der E-Up höchstens 160 Kilometer mit einer Ladung. Der Ampera fährt bis zu 80 Kilometer rein elektrisch. Der Elektromotor kann von einem kleinen Verbrennungsmotor mit Strom gespeist werden und so nach Unternehmensangaben über 500 Kilometer ohne einen Zwischenstopp an der Steckdose zurücklegen.

Neuer Insignia wird billiger

Angesichts des harten Wettbewerbs will der Autobauer Opel, der 2016 in die Gewinnzone zurückkommen will, auch die Preise anderer Modelle senken – und damit der image-schädlichen Rabattschlacht beim Händler ausweichen. „Um von dieser Nachlass-Kultur wegzukommen, wollen wir die kommenden Modelle von Anfang an besser positionieren“, sagte Neumann der „Automobilwoche“. Als Beispiel nannte er den neuen Insignia, der rund 2.000 Euro billiger als das Vorgängermodell werde.

 

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