das Logo des BMW i3
Reithofer über Apple: Die haben einen Markt erobert, weil sie eine bestehende Technologie ersetzt haben
 

IAA: BMW hat Apple zum Vorbild

BMW-Chef zur Markteinführung des i3 und zu der Problematik mit den CO2-Grenzwerten.

10.09.2013 APA

 

Norbert Reithofer, Chef von BMW, hat den US-Computerkonzern Apple als ein Vorbild bei der Entwicklung des Elektroautos angegeben. „Die haben einen Markt erobert, weil sie eine bestehende Technologie ersetzt haben“, sagte Reithofer der „Süddeutschen Zeitung“ vom Montag. Im BMW-Elektroauto i3 stecke „eine Menge Herzblut“. Am Anfang sei es aber „eine rationale Entscheidung“ gewesen, um auf Entwicklungen wie hohe Mautgebühren in Innenstädten und zunehmend strenge Grenzwerte beim CO2-Ausstoß zu reagieren.

BMW i3 ab November

BMW verkauft sein erstes Elektroauto i3 – einen Kompaktwagen in Golf-Größe – ab November. Bei der diesjährigen Internationalen Automobilausstellung (IAA) ab Donnerstag in Frankfurt am Main präsentiert der Hersteller den Elektro-Sportwagen i8.

Konzentration auf USA und China

Reithofer sagte, BMW habe den i3 in New York, in Peking und in London präsentiert – „das zeigt auch, auf welche Märkte wir insbesondere setzen: China und die USA“. Vor allem in den USA würden Elektroautos gefördert, um die Technologie zu unterstützen. In Europa gebe es dagegen keine einheitliche Förderpolitik der Mitgliedstaaten, kritisierte der BMW-Chef.

Interne Widerstände

Die Widerstände gegen Elektroautos auch intern bei BMW seien „schon beträchtlich“ gewesen, räumte Reithofer ein. Nun baue das Unternehmen Elektroautos, „die immer noch BMWs sind“. Das hätten viele erstmal verdauen müssen.

Der Kampf mit den CO2-Emissionen

In der Diskussion um schärfere CO2-Regeln der EU für Autos vermisst der BMW-Chef mangelnde Anreize für strombetriebene Autos und andere schadstoffarme Wagen. „Brüssel erlaubt nach derzeitigem Stand keine ausreichenden Mehrfachanrechnungen von innovativen Elektroautos für die CO2-Bilanz.“ Das sei „nicht das richtige Signal, um einer neuen Technologie in Europa zum Durchbruch zu verhelfen.“

Verwurf des Alibi Elektroautos

Spekulationen, BMW baue den i3, um bei Autos mit einem höheren Kraftstoffverbrauch weitermachen zu können wie bisher, wies Reithofer zurück. „Das ist falsch. Kein anderer europäischer Hersteller hat den Verbrauch und die CO2-Emissionen seiner Flotte stärker und schneller gesenkt als wir.“

Kritik an CO2-Grenzwerten

Mit Blick auf Vorschläge des Umweltausschusses des europäischen Parlamentes zu CO2-Grenzwerten für 2025 sprach der BMW-Chef von mangelndem Realismus. „Grenzwerte von 68 bis 78 Gramm CO2 pro Kilometer – was einem Verbrauch von rund drei Liter pro 100 Kilometer entspricht – sind ohne jede technische Analyse der Machbarkeit aus der Hüfte geschossen“, sagte Reithofer. „Wer so etwas fordert, will nur noch kleine Einheitsautos haben.“ Die Bedeutung der CO2-Regulierung auf die Wettbewerbsfähigkeit zwischen den Autoherstellern werde teils unterschätzt. „Die Automobilindustrie ist das Rückgrat der Wirtschaft in Deutschland und Europa“, erklärte Reithofer.

 

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