Hyundai Santa Fe 2,2 CRDI 4x4 Allrad Style Test Offroad SUV
„Ein solider Alleskönner, dem der Kick fehlt.“
 

Testbericht: Hyundai Santa Fe 2,2 CRDI 4×4 Style

Sein Gatsch ist die Autobahn. Die Speerspitze von Hyundais Europa-Offensive.

11.12.2012 Autorevue Magazin

Sanft wird bei der ersten Annäherung LED-Licht in der Griffmulde und zur Boden­beleuchtung angedimmt, die Rückspiegel ausgeklappt. Auto erkennt Herrchen am eingesteckten Zündschlüssel – das schindet Eindruck.

Die erste Erkenntnis gibt bereits die Marschrichtung vor: Da will jemand ganz nach oben, den erhabenen Kreis der Premiums ärgern. Diese Art der Umgarnung setzt sich im Innenraum fort. Beim Druck auf den Startknopf ertönt eine polyphone Melodie, ähnlich der beim Einschalten einer Spielkonsole (deaktivierbar). Wir notieren: koreanischer Charme. Während der Sitz in seine programmierte Position fährt, schweift der Blick über die Armaturen: Ordentlich aufgeräumt, intuitiv bedienbar und dennoch charmant. Ver­arbeitung tadellos, die Narbung der Materialien vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Die USB- und AUX-Schnittstelle befindet sich samt Fach gut ­erreichbar in der Mittelkonsole, neben den üblichen Cupholdern gibt es zusätzlich ausgeformte Flaschenhalter in den Türtaschen. Schön, dass man bei Hyundai einfach userfreundlich denkt.

Das gilt auch für das Fahren, denn eigentlich ist der Hyundai Santa Fé eine Mogelpackung. Macht optisch einen auf Offroader und ist in Wahrheit ein beeindruckender Autobahn-Gleiter. Der 197-PS-Diesel steht gut im Saft, ist akustisch kaum nachweisbar, was auch für Windgeräusche gilt. Es wirkt, als könnte man ihn nicht aus der Ruhe bringen: Selbst Stöckelpflaster nimmt der Hyundai mit der Gelassenheit eines Zen-Buddhisten hin.

Das Sechsganggetriebe ist ­ordentlich schaltbar, dennoch gibt es an dieser Stelle eine Empfehlung für die optionale Sechsgang-Automatik, die einfach besser zum Verwöhn-­Wesen des Hyundai Santa Fé passt. Die betont komfortable Abstimmung und das luftige Platz­angebot empfehlen ihn für ­lange Ausfahrten. Die Sitze hinten sind verschieb-, in der Neigung verstell- und klappbar. Platz für Gepäck gibt’s genug. Wem der normale Laderaum nicht reicht, der sollte einen Blick unter den Kofferraum­boden riskieren: Wo in der kommenden Grand-Version mit verlängertem Radstand die Klappsitze verstaut sind, gibt es hier eine Box für Kleinkram.

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