Hyundai i40 Limousine 1,7 CRDI Style
Schnelle Kurven sind für ihn ein Missverständnis.
 

Testbericht: Hyundai i40 1,7 CRDi

Schnelle Kurven? Missverständnis. Stellt ihn auf die Autobahn und spult tausend ermüdungsfreie Kilometer ab.

17.09.2012 Autorevue Magazin

Die erste Sitzprobe ist über­raschend mau: Der Fahrersitz lässt sich in der Höhe, aber nicht genügend tief verstellen. ­Lästig für jemanden, der gern im und nicht am Auto sitzt. Dann der Jammer mit den Kopfstützen, die ihre Anti-Schleudertrauma-Aufgabe schon im Stand zu ernst nehmen. Sie zwingen den Kopf bei akkurat aufgestellter Rückenlehne zum Vornicken. Also ­lieber drinnen lümmeln, das Ganze gemütlich angehen lassen. Womit wir das Wesen der Hyundai i40-Limousine in Grundzügen schon umrissen hätten: Reinsetzen, losfahren, warten, bis der Zielort kommt, um – dort angekommen – hochentspannt auszusteigen.

136 PS und 330 Nm aus 1,7 Liter Hubraum stellen für den i40 den derzeit stärkstmöglichen Diesel dar. Die bringen seinen kleinen Bruder i30 ganz gut vom Fleck, beim deutlich schwereren i40 sind seine Grenzen bereits fühlbar. Unter 2000 Touren ist der ­Vortrieb zäh – der Grund lässt sich in den technischen Daten nachlesen: Die Drehmomentkurve steigt erst genau dort an – das geht anderswo deutlich früher. Besserung verschafft Zurückschalten mit der präzisen Sechsgangbox, Versöhnung die Laufkultur. Plus der Verbrauch auf der Langstrecke: 6,2 Liter sind echt okay, in ­Verbindung mit dem 70-Liter-Tank gut für weitreichende Etappen.

Doch – wie bereits erwähnt: Sportlichkeit wäre einer Themenverfehlung gleichzusetzen. Das Fahrwerk ist daher auch konsequent auf der komfor­tablen Seite daheim. Lange Wellen werden so gekonnt gefiltert, dass einem bei perfiden, kurzen Schlägen, die doch ­gelegentlich weitergereicht werden, richtig der Schreck einfährt.

Keine Fehler im Innenraum: Armaturen und Bedien­elemente sind mit Pfiff angeordnet, durch die logische Gruppierung der Knöpfe findet man sich auch ohne Studium der Bedienungsanleitung zurecht. Und das, obwohl der Hyundai i40 – ganz nach dem Credo der Marke – äußerst üppig ­ausgestattet geliefert wird. ­Besonders hervorzuheben ist die AUX- und USB-Schnittstelle vorm Schalthebel, neben der sich ein brauchbar großes Fach für MP3-Player und/oder Handy findet. Als ­Zuckerl obendrauf lässt sich dieses auch mit einem Klappdeckel schließen. Liebe Konkurrenz: Bitte abschauen.

Das Platzangebot ist vorne wie hinten üppig, trotz der hohen Vordersitze ist die Kopffreiheit untadelig. Eine ähnliche Beinfreiheit für Fondpassagiere gibt’s sonst nur beim Skoda Superb (der aber ausstattungsbereinigt deutlich teurer ist).

Kommentare sind geschlossen.

pixel