Hyundai i30 CW 1,6 CRDi Testbericht

Das gute Gefühl, an alles, an wirklich alles gedacht zu haben, kostet dann doch extra.

01.06.2008 Online Redaktion

Das Kürzel CW klingt cool. Crosswagon noch viel cooler. Gemeint ist aber ein Kompaktkombi. K und K sozusagen. Das löst zumindest in Österreich und Ungarn Emotionen aus. Königliches gibt es kaum, treu seiner Fahrzeugklasse ordnet sich der Hyundai i30 CW an der unteren Preisgrenze ein. Alles andere wäre auch vermessen. Schließlich fehlt es in den tieferen Ausstattungslinien Cool, Comfort und Comfort+ – in Letzterer steht auch unser Testwagen auf dem Hof – beispielsweise an ESP, Traktionskontrolle (TCS) und Bremsassistenten (BAS). Dafür muss man in die Ausstattungslinie Spirit springen. Und die kostet 2400 Euro mehr (von Comfort+ auf Spirit+). Das ist ein wenig unverständlich, ist der i30 CW dank Dimensionen und Preis doch in erster Linie ein Familienauto. Man hätte doch zu Gunsten der Sicherheit auf Dinge wie das Raucherpaket oder die 16-Zoll-Leichtmetallfelgen bei der Komposition der Pakete verzichten können. Das wäre das richtige Zeichen gewesen.

Bei der Materialwahl hat man sich schließlich auch auf ebendiese Gruppe spezialisiert. Stoffsitze und Plastikarmaturen sind auf Langlebigkeit ausgelegt. Bis es zu ernsten Verschleißerscheinungen kommt, braucht es viele Kinderfüße und Hundepfoten.

Im Crosswagon können Kind und Kegel also guten Gewissens mitgenommen werden. Zum Beispiel auf eine Urlaubsfahrt. Zwar hat man lediglich fünf Gänge zur Verfügung, der letzte ist aber so lang übersetzt, dass ein Sechster auch auf Überlandfahrten zu keinem Zeitpunkt vermisst wird. Einziges Problem: fährt man Tempo 60 und will, zum Spritsparen, in den fünften Gang schalten, sackt die Drehzahl auf 1100 Touren ab, was der Motor mit heftigstem Ruckeln quittiert.

Also lieber etwas mehr Drehzahl. Dann reagiert der Motor dankbarer, und viel durstiger wird er auch nicht (unser Verbrauchswert kam mit reichlich Stadtverkehr zustande). Die Variante mit 115 PS bietet für fast jede Gelegenheit ausreichend Dampf, auch wenn die Kleinen dringend zur Schule müssen.

Hauptsache, der Schulranzen ist nicht groß. 340 Liter bei hoch-, 1250 Liter bei umgeklappter Rücksitzbank beeindrucken die Konkurrenz wenig. Skoda Octavia, Renault Mégane Grandtour und Fiat Stilo MW schlucken da mehr. Auch lässt sich die Rückbank nicht eben umklappen. Trotz allem ist der i30 ein souveräner Familienkombi mit gutem Preis-Leistungsverhältnis. Einzig die Extra-Euros für das ESP stören.

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