Auszählung der Stimmen: 80 Prozent der Hyundai-Mitarbeiter stimmten für einen Streik.
Auszählung der Stimmen: 80 Prozent der Hyundai-Mitarbeiter stimmten für einen Streik.
 

Hyundai: Gewerkschaft droht mit Streik

45.000 Mitarbeiter des südkoreanischen Autobauers stimmten für eine Arbeitsniederlegung zur Durchsetzung höherer Löhne. Bereits ab Anfang kommender Woche könnte der Streik beginnen.

14.08.2013 APA

Wie die Gewerkschaft angekündigt hat, könnten beim südkoreanischen Autobauer Hyundai bereits ab Anfang kommender Woche die Bänder stillstehen. Die 45.000 gewerkschaftlich organisierten Mitarbeiter des fünftgrößten Fahrzeugherstellers der Welt stimmten am Mittwoch für Arbeitsniederlegungen, um höhere Löhne und Vergünstigungen für langjährige Beschäftigte durchzusetzen. 

Fast jährlich Streiks bei Hyundai

Im vorigen Jahr konnten wegen eines Ausstands 82.000 Autos im Wert von umgerechnet rund 1,2 Mrd. Euro nicht montiert werden. Die Gewerkschaft hat seit ihrer Gründung 1987 nahezu jedes Jahr gestreikt. Das macht die südkoreanische Autoindustrie für Arbeitskämpfe anfälliger als ihre Konkurrenz in den USA, Japan und Deutschland.

Gewerkschaft fordert dem Ergebnis angepasste Entlohnung

Die Gewerkschaft will die Belegschaft am Rekord-Ergebnis vom Vorjahr beteiligen. Sie fordert unter anderem eine Leistungszulage in Höhe des achtfachen monatlichen Grundeinkommens, eine Einmalzahlung an die Belegschaft in Höhe von 30 Prozent des Jahresgewinns von umgerechnet rund 6,2 Mrd. Euro. Mitarbeiter, die mindestens 40 Jahre bei Hyundai beschäftigt sind, sollen eine Treueprämie in Form einer mehr als 56 Gramm schweren Goldmedaille im Wert von etwa 1.800 Euro erhalten.

Produktionskosten für Hyundai in Südkorea am höchsten

In den Inlandswerken von Hyundai liegen die Arbeitskosten pro Stunde und Beschäftigtem bei knapp 17 Euro. Die Aufwendungen sind damit dreimal so hoch wie in China und liegen auch über denen in den US-Werken des Konzerns. Aus dem Umfeld von General Motors verlautete erst kürzlich, dass die amerikanische Opel-Mutter wegen steigender Arbeitskosten ihre Produktion teilweise aus Südkorea an günstigere Standorte verlagern will.

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