Mercedes-Benz AMG C63 Exterieur Dynamisch Seite oben
Zu einem "attraktiver Preis" zu haben. Mehr dann Anfang April.
 

Hubraum-Bomber

457 PS aus acht Zylindern – weil AMG weiß, was Hubraum wert ist.

22.03.2011 radical mag

Während man bei anderen Herstellern nun auf Downsizing, aufgeladene Triebwerke und optimierten Wirkungsgrad setzt, bleibt die Edelschmiede von Mercedes dem alten Motto treu: „Hubraum ist durch nichts zu ersetzen – außer durch noch mehr Hubraum“.

Aber wir wollen nichts abwerten, denn ein V8 mit großen Kolben ist und bleibt ein Erlebnis sondergleichen. Im Falle des C63 AMG liefert der 6,3 Liter grosse Achtender 457 PS und ein maximales Drehmoment von 600 Nm. Brachiale Werte, dank des Powerbrockens unter der Haube soll das heiße C-Coupé in nur 4,5 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h beschleunigen. Und, wie bei Mercedes üblich, ist bei 250 km/h Schluss.

Da kommt uns die Episode mit dem fast 600 PS starken Zwölfzylinder-Benz vor einigen Jahren in den Sinn. Man sitzt im über 200.000 Euro teuren Cabrio auf der deutschen Autobahn, immer schön am Tempolimiter, bis im Rückspiegel ein gepimpter Subaru Impreza auftaucht und den unbedarften Benz-Fahrer mit der Lichthupe von der linken Spur scheucht. Immerhin kostet der C63 AMG keine 200.000 Euro, den scharfen Baby-Benz mit AMG-Motor soll es zu einem „sehr attraktiven Preis“ geben. Neben den 457 PS wird es für den Kaufpreis auch noch 1730 Kilogramm Blech, Leder und Aluminium geben. Ach ja, es soll auch Leute geben, denen reichen die 457 PS nicht.

Also auf zur Aufpreisliste, denn dort gibt es ja noch die Performance-Variante. Damit verbessert sich die Beschleunigung von null bis 100 km/h um eine Zehntelsekunde. Verantwortlich für die Leistungssteigerung um 30 PS ist der Technologie-Transfer vom SLS AMG. Schmiedekolben, Pleuel und die Leichtbau-Kurbelwelle stammen vom Antrieb des Flügeltürers. Die um drei Kilogramm leichteren Komponenten sorgen für eine reduzierte Massenträgheit und lassen den Achtzylinder-Saugmotor noch agiler ansprechen und hochdrehen.

Das AMG Performance Package ist von außen so einigermaßen am titangrau lackierten Schaltsaugrohr unter der Motorhaube, an der AMG-Hochleistungs-Bremsanlage mit vorderen Verbundbremsscheiben und rot lackierten Bremssätteln rundum, an der Carbon-Abrisskante auf dem Heckdeckel sowie am Lenkrad in Nappalader zu erkennen.

Abweichend vom Serienfahrwerk verfügt das AMG-Modell
über eine eigenständige Dreilenker-Vorderachse, eine verstärkte Raumlenker-Hinterachse und eine grössere Spurweite rundum. Auch wurde an der Abstimmung der Federn und Dämpfer gearbeitet, die naturgemäss nun deutlich straffer abgestimmt sind. Und der negative Sturz und dickere Stabis sollen für mehr Agilität sorgen. Hinzu kommen die Parameterlenkung mit direkter Übersetzung sowie ein dreistufiges ESP. Der Fahrer kann zwischen den Stufen „ESP ON“, „ESP SPORT“ und „ESP OFF“ wählen. «ESP Sport» soll auch unbegabten Querfahrern ansatzweise einen gepflegten Drift ermöglichen.

Nach all den inneren Werten ist ein Blick auf das äußere Erscheinungsbild angebracht. Hier hält sich AMG erstaunlich zurück. Zwar verfügt der C im AMG-Trimm auch über dickere Backen, vom einst heftigen Teutonendesign ist das C-Coupé aber weit entfernt. Auf den ersten Blick ist AMG-Unkundigen nicht klar, dass man vor der schärfsten Variante der C-KLasse steht. An den Start geht die dreitürige Version im Sommer. Die Brüder mit vier und fünf Türen folgen in Kürze. Die Preise sollte es ab Ende März, beziehungsweise Anfang April geben.


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