Citroen DS5 Exterieur Front Statisch
Der DS5 sollte schon auf der IAA in Frankfurt als Serienauto zu sehen sein.
 

Himmelwärts

Citroën will mit dem DS5 hoch hinaus.

25.04.2011 radical mag

Es ist erstaunlich. Es gab Jahre, leider sogar Jahrzehnte, da war Citroën wenig bis gar nichts zuzutrauen. Dunkel war es, trist, bitter für einen Hersteller, der Traction Avant, 2CV, DS hervorgebracht hatte, und dann kamen Saxo, Xsara, ZX oder – können Sie sich noch an den Axel erinnern? Dann, wir wissen auch nicht genau, was geschehen ist, kam 2005 der C6, und irgendwie wurde alles anders. Der C6 verkauft sich nicht, und doch ist er das Zeichen für den Aufbruch, den Umbruch. Es dauerte dann zwar noch ein wenig, bis Citroën selber begriff, was da geschah, doch spätestens mit der zweiten Generation des C5 (ab 2008), dann mit dem neuen C3 (ab 2009) drücken die Franzosen ein Selbstverstrauen aus, das man ihnen Jahre, die erwähnten Jahrzehnte gar nicht (mehr) zugetraut hätte.

Dann, 2010, ein ganz neues Kapitel: DS. Dass Citroën für seine Design-Linie einen ganz grossen Namen aus seiner Geschichte bemühte, wird nicht allerorten goutiert, aber den Käufern scheint es egal zu sein. Das Konzept funktioniert. Diesen Sommer kommt der DS4, der auch recht schräg in der Landschaft steht, quasi ein X6 ist für Anfänger, und das wird wohl auch funktionieren, so ein bißchen Crossover mit SUV und Coupé, das dürfte den Puls der Zeit treffen.

Und jetzt hauen die Franzosen noch einen drauf: DS5. Wieder reden von einer abenteuerlichen Mischung– Crossover, auch ein wenig SUV, vor allem aber Lifestyle-Kombi. Der DS5 basiert auf dem C5, wird aber wohl etwas kürzer ausfallen (4,6 anstatt 4,8 Meter, schätzen wir mal), dafür höher werden.

Viel und gediegener Platz im Innenraum, heißt die Devise, das Automobil soll zum Lebensraum werden, zur Lounge, und vielleicht kann man sich als Sonderausstattung noch einen französischen Kellner bestellen, der den Insassen den Weißwein schön gekühlt serviert.

Aber nicht nur die Passagiere, auch der Fahrer soll sich wohler fühlen als in „herkömmlichen“ Fahrzeugen. Der Arbeitsplatz ist ganz auf den Fahrer ausgelegt, die gewaltige Mittelkonsole teilt die beiden vorderen Sitzplätze in zwei Inseln. Ob es das unten abgeflachte Lenkrad wirklich braucht, darüber ließe sich streiten, aber es sieht halt gut aus. In Sachen Verarbeitung will Citroën beim DS5 noch einmal nachlegen, zwar konnten die Franzosen bei der Qualität in den vergangenen zwei Jahren schon eklatante Fortschritte erzielen, doch jetzt will man sich endgültig dem deutschen Niveau annähern.

Wir sagen es einmal so: wir mögen die Fotos nicht. Wir haben das Fahrzeug im vergangenen Jahr schon einmal gesehen, da stand es noch nicht auf 20-Zöllern, sondern näher auf dem Boden der Tatsachen, sah sportlicher aus, fast so wie ein Alfa 159 Sportswagon (und den sehen wir immer noch als optische Referenz, weit vor A4 und 3er-Kombi). Die Linien sind kühn, hier ein Winkel, dort eine Ausbuchtung, konvex-konkav-tralala, aber gut, irgendwie, frech, anders als alle andern. Dass dieses Auto in dieser Konsequenz von Citroën kommt, das dürfte manch einen potenziellen Kunden überfordern. Nein, ein solch legendärer Wurf wie die echte Göttin, die wahre DS, ist der DS5 nicht, aber die Richtung bei Citroën zeigt eindeutig himmelwärts.

Der DS5 wird wohl auf der IAA in Frankfurt im September als Serien-Fahrzeug stehen (dann wohl wieder nimmer auf den 20-Zöllern) und auf Ende Jahr bei den Händlern. Sicher ist, dass er mit dem neuen PSA-Diesel-Hybrid kommen wird, also 200 PS und Allradantrieb. Es wird noch andere, günstigere Motorisierungen geben, aber dieser welterste Diesel-Hybrid ist sicher das Prunkstück.

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