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Heiligs Blechle – Nissan GT-R LM Nismo

Wir schreiben selten über reine Rennfahrzeuge. Aber der 24-Stunden-Renner von Nissan ist so schräg, wir können nicht anders.

06.02.2015 radical mag

Schon klar, Nissan gehört nicht gerade zu den Autoherstellern, die Sportwagenfans regelmäßig zu Freudensprüngen animieren. Der eher pummelige Nissan Juke mit über 200 PS. Und der mächtige GT-R. Vielleicht noch etwas 370 Z, das wars dann auch schon. Aber, die Rennabteilung von Nissan, da lungern die schrägen Hirne rum. Vor allem wenn’s um das Thema Langstreckenrennen geht. Deltawing hieß das Teil, welches im letzten Jahr in Le Mans an den Start ging (und nicht besonders weit kam), eine Mischung aus Batmobil und Steahlth-Bomber und einer höchst eigenartigen  Radanordnung. Es war der Versuchsballon von Nissan, man wollte einfach neue Wege gehen. Und diesen neuen Weg wird man in diesem Jahr fortsetzen. An der Start geschoben (wir hoffen er fährt von alleine dorthin) wird der GT-R LM Nismo. Ein zumindest optisch unglaubliches Teil. Und, es soll nicht nur beim Einsatz in Le Mans bleiben. Nissan plant mit dem Langstrecken-GT-R die komplette Endurance-Saison zu bestreiten.

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Querulanten bei Nismo

Wie gesagt, der unglaublich lange und schmale Nissan sieht nicht nur nicht aus wie die Boliden der Konkurrenz, er ist auch technisch ziemlich einzigartig. Eigentlich so, wie man es sich nur wünschen kann. Nämlich Motor vorne und Antrieb hinten. Ein V6-Turbomotor (mit rund 600 PS) soll es richten, natürlich in Kombination mit einem Energie-Rückgewinnungssystem. Um die Bremsenergie zu nutzen soll Gerüchten zu Folge ein rein mechanisches Schwungradsystem zum Einsatz kommen, welches via CVT-Getriebe an die Antriebsachse gekoppelt wird.

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Frontantrieb!

Und, etwas anderes fällt auch auf. Die hinteren Reifen sind extrem schmal, vorne hingegen richtig fett. Was den Schluss zulässt, dass vor allem die Vorderräder angetrieben werden. Also Frontmotor und Vorderradantrieb, Schwungmassen-Power an die Hinterräder? Sehr speziell und genau das Gegenteil von dem, was die Konkurrenz so macht.  So genau lässt sich Nissan noch nicht in die Karten sehen, aber dieses Konzept wirft doch einige Fragen auf. Insbesondere im Bereich Aerodynamik. Denn durch die – wegen des Frontmotor – nach hinten versetzte Pilotenkanzel verringert die aerodynamischen Möglichkeiten am Heck doch massiv. Ist das Ganze also nur ein Marketing-Gag, wie schon der Deltawing? Daran mögen wir nicht glauben, denn erstens ist so eine Langstrecken-Saison verdammt teuer und zweitens sind die Macher hinter dem Le-Mans-Auto nicht gerade Nasenbohrer oder Marketingstrategen. Wir können nur hoffen, dass Nissan mit dem GT-R LM Nismo sich anders als mit dem Deltawing wirklich mit der Konkurrenz messen kann. Und so beweisen, dass neue Ansätze auch was taugen können, nicht nur optisch. Aber, so richtig sicher sind wir uns da nicht.

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Vielen Dank für diesen Beitrag an radical-mag.com.

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