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Hedgefonds klagen Porsche auf 1,36 Mrd. Euro Schadenersatz

Am Montag klagen zwei Dutzend Hedgefonds vor dem Stuttgarter Landesgericht – gütliche Einigung ist nicht zu erwarten

05.02.2014 APA

Am Montag geht der Streit über Milliardenforderungen von Anlegern gegen Porsche in eine neue Runde. Vor dem Stuttgarter Landesgericht klagen zwei Dutzend Hedgefonds auf insgesamt 1,36 Mrd. Euro Schadenersatz, weil sie sich durch VW-Großaktionär Porsche im Übernahmepoker um Volkswagen vor fünf Jahren getäuscht sehen. Porsche habe eine Übernahme von VW abgestritten habe, obwohl diese still und heimlich vorbereitet worden sei. Der mit Spannung erwartete Zivilprozess ist der erste große in einer Klageserie von insgesamt rund 100 institutionellen und privaten Investoren an bundesweit inzwischen vier Gerichten. Eine gütliche Einigung, die bei Zivilklagen in der Regel zunächst angestrebt wird, ist in diesem Fall nicht zu erwarten, denn Porsche ist zu keinem Vergleich bereit. „Wir werden durch alle Instanzen gehen“, kündigte ein Sprecher an.

Insgesamt 5,7 Mrd. Euro Schadenersatzforderungen

Die von den Familien Porsche und Piech kontrollierte Porsche-Holding sieht sich mit Schadenersatzforderungen von insgesamt 5,7 Mrd. Euro konfrontiert. Das Unternehmen hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen und nach eigenen Angaben keine Rückstellungen für die Prozessrisiken gebildet. Der VW-Großaktionär sitzt allerdings auf einer Nettoliquidität von gut 2,6 Mrd. Euro, die eigentlich für Investitionen in neue Geschäftsfelder vorgesehen ist.

Auch Strafverfahren stehen an

Fonds haben auch in Braunschweig und Hannover Milliardenklagen eingereicht. Bisher hat das Landgericht Braunschweig erst in einem kleineren Verfahren den 30. April als ersten Verhandlungstag angesetzt. Neben den Zivilklagen, die zuletzt auch auf VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piech und Porsche-Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche persönlich ausgeweitet wurden, stehen außerdem noch Strafverfahren an. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat gegen Ex-Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und den früheren Finanzvorstand Holger Härter Anklage wegen Marktmanipulation erhoben. Sie hatten den Übernahmeplan in die Tat umgesetzt. Das Landgericht Stuttgart hat die Ende 2012 eingereichte Klage immer noch nicht angenommen. Härter und Wiedeking waren von Porsche geschasst worden, nachdem die Transaktion im Zuge der Finanzkrise 2009 gescheitert war. VW drehte damals den Spieß um und bewahrte Porsche vor dem finanziellen Ruin.

Beihilfe zur Marktmanipulation: Ermittlungen gegen Aufsichtsratmitglieder

Härter wurde im Juni wegen Kreditbetrugs zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er den Finanzbedarf von Porsche gegenüber Banken als zu niedrig beziffert hatte. Er legte gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof ein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt außerdem seit einem Jahr gegen sämtliche Aufsichtsratsmitglieder wegen des Verdachts der Beihilfe zur Marktmanipulation. Bis die Folgen der gescheiteren Übernahmeversuchs juristisch aufgearbeitet sind, dürften noch Jahre vergehen.

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