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Das ist Graham, der Crash-resistente Mensch

Wie müsste ein Mensch aussehen, um Autounfälle möglichst unbeschadet überstehen zu können? Australische Wissenschaftler entwickelten mit Graham das lebensechte Modell eines „Crash-resistenten“ Menschen.

25.07.2016 Online Redaktion

Um auf die Verwundbarkeit des Menschen im Straßenverkehr aufmerksam zu machen, setzten sich ein australischer Wissenschaftler, ein Unfallchirurg und eine Künstlerin ein ungewöhnliches Ziel: Sie wollten zeigen, wie ein Mensch aussehen müsste, um Autounfälle möglichst unbeschadet überstehen zu können. So entstand Graham – das lebensechte Modell eines „Crash-resistenten“ Menschen.

 

Nicht schön, aber effektiv

Der Körper des Crash-resistenten Menschen entspricht zwar nicht den gängigen Schönheitsidealen, könnte im Extremfall aber Leben retten. Das Gehirn ist bei einem Autounfall besonders gefährdet. Grahams Schädel ist stark vergrößert und beinhaltet mehr Zerebrospinalflüssigkeit, damit das Gehirn bei einem Aufprall besser geschützt ist. Der Schädelknochen selbst fungiert durch seine Größe und integrierte „Knautschzone“ als eine Art körpereigener Helm. Grahams Gesicht ist flach und mit viel Fettgewebe „gepolstert“, das die Energie eines Aufpralls absorbieren könnte.

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Problemzone Hals – gelöst

Eine „Problemzone“ jedes Menschen ist der Hals – zumindest, wenn es um Autounfälle geht. Wenn bei einem Crash das Fahrzeug abrupt abgebremst wird, wird der Kopf ruckartig nach vorne geschleudert. Im schlimmsten Fall kann das zu einer Rückenmarksverletzung führen. „In meinen Gesprächen [mit den Wissenschaftlern] habe ich gelernt, dass der Hals ein großes Problem darstellt“, erklärt die Künstlerin Patricia Piccinini, die für Grahams Äußeres verantwortlich zeichnet. „Also habe ich ihn einfach entfernt.“ Grahams Kopf sitzt daher direkt auf den Schultern.

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Körpereigene Airbags

Die Rippen sind eine der effektivsten körpereigenen Strukturen zum Schutz innerer Organe. Grahams Brustkorb ist massiv, seine Rippen verstärkt, um bei einem Unfall eine noch bessere Schutzfunktion erfüllen zu können. Auf seiner Brust sind kleine Wülste zu erkennen, die im Fall eines Aufpralls die Funktion von „Mini-Airbags“ übernehmen und die ruckartige Vorwärtsbewegung minimieren sollen. Auch seine Haut ist dicker und widerstandsfähiger als bei einem „echten“ Menschen. „Obwohl Hautverletzungen normalerweise nicht lebensgefährdend sind, sind sie doch bleibende Erinnerungen für Menschen, die in einen Autounfall involviert waren“, erklärt Christian Kenfield, Unfallchirurg am Royal Melbourne Hospital, diese Maßnahme.

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© Bild: Screenshot meetgraham.com.au

Omnidirektionale Knie

„Bei einem seitlichen Aufprall ist das Problem, dass das Knie nur dafür ausgelegt ist, sich in eine Richtung zu beugen“, erläutert Dr. David Logan von der Monash University. „Daher wird es nahezu immer zuerst brechen.“ Grahams Knie können daher in alle Richtungen bewegt werden. Seine Gelenke sind mit zusätzlichen Sehnen verstärkt, um bei einem Unfall besser Stand halten zu können.

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Hufartige Füße für die flinke Flucht

Besonders kurios muten Grahams Beine und Füße an. Bei genauerem Hinsehen erkennt man die hufartige Struktur. Ein zusätzliches Gelenk im Unterschenkel erhöht die Flexibilität des Beins, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Fraktur reduziert wird. Die starken, hufartigen Füße sollen des dem Crash-resistenten Menschen ermöglichen, bei drohender Gefahr schnell davonspringen zu können.

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Graham auf Tour

Graham macht derzeit eine Tour durch den australischen Bundesstaat Victoria. Wer keine Gelegenheit hat, ihn persönlich zu treffen, kann Graham unter diesem Link eingehend studieren.

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