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© Stan Honda/AFP/Getty Images
 

GM beruft Oberaufseher für die Fahrzeugsicherheit

Der langjährige GM-Mitarbeiter Jeff Boyer wird den neuen Posten übernehmen – GM-Chefin Barra will „neuen Standard für die Sicherheit der Kunden mit gründlicheren Verantwortlichkeiten schaffen“

18.03.2014 APA

Nach seinen jüngsten Rückrufaktionen hat der US-Autobauer General Motors (GM) einen Oberaufseher für die Fahrzeugsicherheit berufen. Den neu geschaffenen Posten werde Jeff Boyer übernehmen, teilte GM am Dienstag mit. Boyer sei künftig dafür verantwortlich, Sicherheitsprobleme bei der Entwicklung und in der Probephase der Autos zu erkennen und zu beseitigen. Außerdem werde er sich um Fehlerberichte nach dem Verkauf der Fahrzeuge kümmern und Modelle notfalls in die Werkstätten zurückrufen lassen.

Neuer „Oberaufseher für die Fahrzeugsicherheit“ seit längerem als Ingenieur bei GM tätig

Der 58-jährige Boyer arbeitet den Angaben zufolge bereits seit fast vier Jahrzehnten für GM, dabei beschäftigte er sich als Ingenieur in mehreren Aufgabenbereichen mit der Fahrzeugsicherheit. „Diese neue Rolle verbessert und bündelt unsere Sicherheitsverfahren unter einer Aufsicht, damit wir einen neuen Standard für die Sicherheit der Kunden mit gründlicheren Verantwortlichkeiten schaffen“, erklärte GM-Chefin Mary Barra. Boyer werde dem Vorstand von General Motors regelmäßig Bericht erstatten.

Mindestens 12 tödliche Unfälle durch Zündschloss-Defekte

Der Autobauer wird wegen seines Umgangs mit fehlerhaften Zündschlössern kritisiert. Das Problem veranlasste General Motors im vergangenen Monat, in Nordamerika 1,6 Millionen Autos zurückzurufen. Bei den betroffenen Modellen der Marken Saturn, Pontiac und Chevrolet aus den Jahren 2003 bis 2007 kann der Zündschlüssel während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik der Fahrzeuge ausschalten. Dies führte dazu, dass Servolenkung und Bremskraftverstärker ausfielen und sich Airbags bei Unfällen nicht öffneten. Laut GM könnte dieser Defekt für 31 Unfälle mit 12 Toten verantwortlich gewesen sein. US-Verbraucherschützer gehen sogar von einer deutlich höheren Opferzahl aus. Die Organisation Center for Auto Safety präsentierte vergangenen Donnerstag die Ergebnisse einer von ihr in Auftrag gegebenen Untersuchung, die auf 303 Tote hindeuteten. GM wies dies als „spekulativ“ zurück.

Untersuchungen gegen GM eingeleitet

General Motors hatte in der vergangenen Woche einräumen müssen, schon im Jahr 2001 und damit deutlich früher als zuvor bekannt von den fehlerhaften Zündschlössern gewusst zu haben. Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA prüft derzeit, ob der Autobauer mit der Rückrufaktion zu lange wartete. Auch der US-Kongress und das Justizministerium haben eine Untersuchung eingeleitet.

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