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Glanz und Gloria: DS5 BlueHDI 180

Der DS5 hat das Citroën-Logo abgeschüttelt und steht jetzt da, wie er von Anfang an hätte sein sollen.

21.05.2015 Press Inform

Kurz zur Erinnerung: Wir kennen den DS5 schon, als Citroën hatten wir ihn im Dauertest, die Kritikpunkte damals: Schlechte Übersicht, holziges, pseudo-sportliches Fahrwerk, wirre Bedienung, wenig Ablagen. Dafür waren die Sitze großartig und der Motor souverän auf der Langstrecke.

Unübersichtlicher DS5

Dass der DS5 unübersichtlich ist, hat sich auch mit dem Facelift nicht geändert – das liegt am Fahrzeugkonzept. Das Auto soll dem Fahrer das Gefühl eines Kampfjet-Piloten vermitteln, der Blick ist nach vorne fokussiert (dort sieht man auch tadellos raus), das halbe Armaturenbrett hängt an der Decke und die Lenkrad-Applikationen erinnern an ein Flugzeug-Steuer. Als Ausgleich für die winzige Heckscheibe gibt es immerhin einen Totwinkel-Warner und eine Rückfahrkamera samt Piepserl.

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© Bild: Werk

Und die weiteren Kritikpunkte?

Mit den anderen Kritikpunkte hat der PSA-Konzern nun konsequent aufgeräumt. Punkt eins: das Fahrwerk. Das wurde schon vor zwei Jahren dezent überarbeitet und schluckt in seiner neuesten Evolutions-Stufe nun alle Arten von Wellen und Unebenheiten so souverän, wie es einer Premium-Limousine gebührt. (Wir wollen jetzt nicht die alte Lamentatio vom Citroën DS und der Luftfederung wiederholen, aber leise klingt sie doch nach.)

Stammrevier Langstrecke

Passend zum komfortablen Fahrwerk ist weiterhin der Top-Diesel mit Harnstoff-Einspritzung und 133 kW (180 PS), dessen 400 Nm die Vorderräder bisweilen ins Schwitzen bringen. Leise wie gewohnt und mit einer feinen Sechsgang-Automatik gekoppelt, bleibt sein Stammrevier die Langstrecke. Dort wird man dem Normverbrauch von 4,4 Litern auch am nächsten kommen. Die weiteren Eck-Daten: 0 auf 100 in 9,2 Sekunden, Top-Speed 220 km/h. Sportlicheres wird der Top-Benziner vermitteln, der ab Jahresende 154 kW (210 PS) auf die Straße stellt.

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© Bild: Werk

Punkt zwei im Lastenheft: die Bedienung

Ob ein Touchscreen die letztgültige Eingabe-Methode im Auto ist, sei dahingestellt – bemerkenswert ist jedoch, dass ausgerechnet der PSA-Konzern seinerzeit im Citroën C4 Picasso ein Bediensystem präsentiert hat, dass beinahe alle Befehle in einen Bildschirm verlagert und dennoch in seiner Menüführung schlüssig und übersichtlich ist. Dieses System hält nun auch im DS5 Einzug, in abgewandelter Form: Die Klimaanlage bleibt bei konventionellen Drehreglern. Dennoch sind so gleich einmal 12 Knöpfe vom Armaturenbrett verschwunden und – side effect – in der Mittelkonsole eine Ablage entstanden!

Das System beherrscht das Smartphone-Mirroring für Android (eine CarPlay-Funktion folgt in wenigen Monaten), dazu gibt es eine MyDS-App, die den Fahrer auch nach dem Aussteigen noch begleitet und bei Bedarf zum Auto zurückführt.

Auffrischung der Materialien

Was geblieben ist, sind die Fensterheber-Tasten beim Schalthebel (was – Hand aufs Herz – um nix blöder oder besser ist als die Anordnung in der Türe) und die wunderfeinen Ledersitze. Dazu wurden auch die restlichen Interieur-Materialien nochmals aufgefrischt. So wird der DS5 zu einem ehrwürdigen Premium-Auto, dass vielleicht nach Punkten keinen Vergleichstest gegen eine C-Klasse gewinnen wird, aber in Summe doch Charakter, Charme und echte Qualitäten zeigt. Ein wohltuendes Ausgleichsprogramm zum deutschen Ernst.

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