Einstiegsmodell von Bufori, der La Joya.
 

Genf-Senf 2: Exoten

Die wahren Hingucker, die echten Stars. Wie kleine aber feine Manufakturen der Messe in Genf die richtige Würze verleihen.

03.03.2010 Online Redaktion

Mal ehrlich, wer kennt schon Bufori? Dabei ist die Marke ein „Statement of Pride“ und hat als solches viel weniger Kunden, als sie verdienen würde. Vielleicht hat man das Topmodell den „Bufori Geneva“ schon einmal im Urlaub in Dubai gesehen. Von innen hätte man es am Teekocher und der Espresso-Maschine erkennen können, von außen am V8-Bollern und beeindruckenden 5,34 Metern Länge. Kostenpunkt: ab 300.000 US-Dollar. Nur halb so teuer, dafür aber auch mit zwei Zylindern weniger kommt der „Bufori La Joya“ daher. Markenzeichen sind die Flügeltüren der Motorhaube. (Bild 1)

Dies ist die letzte Chance Spyker in die Exoten-Nische zu stecken. Die Übernahme von Saab ist ja in trockenen Tüchern und die holländische Edelmanufaktur ja damit auf dem besten Wege zum Massenhersteller. Sozusagen. Größter Auftritt in der Öffentlichkeit bisher: Produkt-Placement in Basic Instict 2. Größter Auftritt in Genf: der C8 Aileron mit 400 PS. Reicht für Tempo 300 und einen Spurtwert von 4,5 Sekunden. (Bild 2 und 3)

Dass es für jedes Produkt einen Kunden gibt, wenn es nur teuer genug ist beweist Fornasari. Firmeninhaber Guiseppe Fornasari hat seine Autoaffinität von seinem Vater Gigi, der einst Autorennen für Alfa Romeo und Maserati fuhr. Heute werden Extrem-Individualisierungen wie der Tender angeboten. Ein SUV in Yacht-Optik mit Corvette-Motor, das in unter vier Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. 610 PS und 748 Newtonmeter sind eben eine gute Basis, präsentiert wird die Kraft wahlweise von einer manuellen Sechsgangschaltung oder einer Viergang-Automatik. Der Basispreis: 140.000 Euro (exkl. Nova). (Bild 4)

Franco Sbarro will seine Fahrzeuge als Kunst verstanden wissen. Bei ihm lernen jungen Designer und Ingenieure die wirklich hohe Kunst des Automobilbaus. Schließlich werden die Autos nach optischen Gesichtspunkten gebaut, nur in Form gepresst durch gewisse physikalische Unumgänglichkeiten. Die meisten Teile gibt es nicht, sondern müssen extra angefertigt werden. Sein neuestes Werk ist der „Autobau“ ein Monster in Orange mit 12 Zylindern und 500 PS. Etwas näher an der Realität, trotzdem nicht zu kaufen ist der Sbarro Essenza mit 2,5-Liter BMW-Motor. (Bild 5 und 6)

Ganz neu im Geschäft ist Artega. Das Unternehmen mit Sitz in Deutschland gehört einem mexikanischen Privatinvestor und arbeitet bereits seit 2006 an der Serienproduktion des GT. Nach einigen technischen Schwierigkeiten (Qualitätsanmutung stimmte nicht und beim Airbag traten Probleme auf) musste bei der Produktion nachgebessert werden. Der Marktstart verschob sich so von Mai auf Juli 2010. Preise stehen daher auch noch nicht fest. Aber immerhin die Leistung: ein V6 Heckmotor mit 3597 Kubikzentimeter leistet 300 PS, was für Tempo 270 reicht. Das Design stammt aus der Feder von Henrik Fisker. (Bild 7 bis 9)

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