Roding Roadster stat vorne
 

Leicht reicht

Ein teures Spielzeug zwar, aber was für ein Spielzeug!

11.03.2012 Online Redaktion

Der neue Mercedes SL ist sicher ein tolles Auto, eine Meisterleistung der Ingenieurskunst. Aber ehrlich: 1,9 Tonnen? Dazu ein Design, aufgeblasen wie ein Germteig? Nein, weg mit dem ganzen Ballast. Wir wollen Reinheit, klare Linien und auch ein bissl Schmäh. Und damit sind wir bei der interessantesten Enthüllung des Genfer Automobilsalons: Roding.

Roding Roadster stat vorne

Der kleine Automobilhersteller hat den Namen von seiner Heimatstadt ausgeborgt und kommt folglich aus der bayrischen Oberpfalz. Dort entstand 2007 die Idee, einen Kleinserienroadster zu bauen. Kern der Sache: kohlefaserverstärkter Kunststoff.

Sie ahnen, wo die Sache hinführt, deshalb das Ergebnis in knappen Zahlen: 4,1 Meter Länge, 950 Kilo Leergewicht, 6 Zylinder, Turbo, 320 PS (235 kW), 450 Nm, 0-100 in 3,9 Sekunden, Topspeed 285 km/h, Durchschnittsverbrauch 8,2 Liter. Er ist klein, er ist leicht, er hat Saft satt und schaut auch noch saugeil aus.

Roding Roadster Detail

Das Monocoque des Roding ist komplett aus CfK gefertigt und wiegt gerade mal 75 Kilogramm, weitere 45 Kilo CfK fließen in diverse Karosserieteile. Der Motor ist hinter den Passagieren eingebaut und kommt eigentlich von BMW (335i, zum Beispiel), bei Roding ließ man ihm noch 14 Extra-PS angedeihen. Angetrieben wird natürlich die Hinterachse, an Bord ist auch ein Sperrdifferential – der Roding wurde für die Rennstecke ebenso konzipiert wie für die Landstraße. Geschalten wird manuell in sechs Stufen. Bremsscheiben mit 33 Zentimetern Durchmesser sorgen für entsprechende Verzögerung.

Trotz seines Roadster-Daseins ist die kleine Kanone aber auch praktisch. Zuallererst einmal deswegen, weil er ein echtes Dach hat. Zwei Carbon-Schalen, die im Kofferraum-Deckel lagern und bei Bedarf deutlich schneller eingestöpselt sind, als beispielsweise das Zeltdach eines Boxster Spyder. Der Kofferraum selbst fasst 330 Liter, als besonderes Gimmick wurde der Mitteltunnel zur Ablage umfunktioniert, damit kann man sogar ein Paar Ski einpacken.

Roding Roadster Interieur

Der Roding wird in Kleinserie handgefertigt, die Produktion läuft gerade an, ab August will man 50 Fahrzeuge pro Jahr bauen. 130.000 Euro kostet der Roadster netto, in Österreich werden bei 10 Prozent NoVa gut 170.000,- daraus. Angesichts der Exklusivität des flächendeckenden Einsatz der teuren Kohlefaser ein angemessener Preis. Und übrigens: Klimaanlage und Navi gibt’s auch. Gegen Aufpreis.

Roding Roadster Detail

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