Oldtimer Gebrauchtwagen Kaufberatung Angebot MGB
 

Viele für alle

Von: 1979. Für: 3.900 Euro. Mit: Kaufberatung und Liebeserklärung.

06.12.2012 Autorevue Magazin

Eine Kaufberatung, die über die häufigsten Schwachstellen beim MGB aufklärt, gibt es hier. Aber das Auto lohnt sich. Eine Liebeserklärung.

MG hat sich wirklich bemüht, den B in späten Jahren unmöglich zu machen, aber die Fans kauften selbst dann tapfer, als ihm Gummilippen wuchsen, die Karosserie hochgelegt wurde, den Schwerpunkt mitriss und die Stabis, die das plötzlich tapsige Fahrverhalten neutralisierten, aus Kostengründen eingespart wurden. Das war 1975, und der MGB hatte bereits 13 Jahre auf dem Buckel und war irgendwie unsterblich ­genug für alles.

Bei seinem Erscheinen 1962 war er eine gut temperierte ­Sensation für MG: Schon der Vorgänger MGA hatte 1955 das Design der Marke völlig neu aufgerollt, der MGB kam mit ­abermals völlig neuen Linien und obendrein selbsttragender Karosserie. Technisch war er weniger revolutionär: Der MGA-Motor wurde auf 1798 ccm erweitert, die Vorderradaufhängung glich jener des Vorgängers, die hintere Starrachse hing an Blattfedern. Etwas rau war lediglich das Viergang-Getriebe mit ­unsynchronisiertem erstem Gang, es wurde 1967 durch ein moderneres ersetzt. Innen gab’s ein Federspeichenlenkrad vom Zulieferer Bluemel’s und mit Leder tapezierte Sitze. Wem die sommers zu heiß waren, der konnte aus der Zubehörliste Sitzbezüge aus künstlichem Ozelot-Fell wählen, später entfiel Leder aus Kostengründen ohnedies. Schon 1965 kam der MGB GT als geschlossener 2+2-Sitzer, wobei das mit den Fondsitzen relativ zu verstehen war. Immerhin gab’s mehr Gepäckraum, der GT pushte die Verkaufs­zahlen abermals und wurde prompt mit dem Ruf als „poor man’s Aston Martin“ geschmückt.

Kleine Verbesserungen träufelten laufend in die Serie (fünffach gelagerte Kurbelwelle 1965, serienmäßige Heizung 1966, beispielsweise), und 1967 kam der MGC mit dem Dreiliter-­Reihensechszylinder des Austin 3 litre – ein schwerer, guss­eiserner und etwas phlegmatischer Motor, der MG war damit kopflastig, der Ruf rasch dahin. Nach rund 9000 Exemplaren wurde das Projekt gestoppt. MG gehörte da schon zu British Leyland, damit war Rovers wunderbarer Alu-V8 in Griffweite, und er passte in den MG. Das Auto war damit leichter als mit dem 1800-ccm-Vierzylinder, nur als GT lieferbar und zu teuer. Diesmal entstanden nur 2591 Exemplare, auch, weil British Leyland den GT V8 nie in den USA angeboten hatte.

Somit blieben ihm auch die Gummistoßstangen erspart, die US-Gesetze dem B 1974 verpasst hatten, obendrein wurde der Vierzylinder wegen der US-Abgasgesetze bis zur Unkenntlichkeit gedrosselt, die Karosserie musste höher gestellt werden. So bog der MGB in seine letzten Jahre, 1980 war endgültig Schluss – bis 1993 der RV8, der dem B frappant ähnlich sah, aber nur fünf Prozent Gleichteile trug, die Wartezeit bis zum MGF verkürzte.

Eine Kaufberatung, die über die häufigsten Schwachstellen beim MGB aufklärt, gibt es hier.

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