Gebrauchtwagen Audi A2
Der Leib nach dem Wind geformt, die Reifen nach dem geringsten Widerstand gewählt.
 

Two Handsome

Der Audi A2 hat sich was getraut. Und ist gescheitert. Es wird Zeit, diese frühe Ambition zu würdigen.

11.03.2012 Autorevue Magazin

Ich hab einen Hang zur Avantgarde, der ein bisschen etwas Tragisches anhaftet. So in die Richtung: Messias mit großem Auftrag stirbt einen frühen Tod. Mir hat der Audi A2 immer schon gefallen. Moving Bauhaus irgendwie. Die Studie war freilich schärfer, was er wurde, wurde er, weil ihm die A-Klasse in den Weg kam. Das Aus 2005 hat die Liebe dann echt beflügelt. Gefühle sind doch der einzige Stoff, der einer großen Idee einen Platz im Universum geben kann. Tatsache ist: Der A2 war – vor allem in der Dreiliter-Version – seiner Zeit voraus, und Audi blies seinem ambitionierten Draisinchen das Licht aus, bevor es die Welt erwärmen konnte (im metaphorischen Sinn, der Klimawandel war damals ja leider noch nicht in aller Munde). Audi erfand auf hohem technischem Niveau den Kleinwagen neu. Mit sehr viel Alu (was unter anderem am Preis abzulesen war) und einem cw-Wert, den kein anderes Serienauto bisher übertroffen hat. Start-Stop schon damals (heute erst folgen die anderen). Dazu ein raues Dreizylinder-Dieselmotörchen als akustischer Anker in der Luftigkeit des fehlenden Rollwiderstands. 160 fühlt sich an wie Fliegen mit leichter Erdung. Bei 5,5 Liter auf 100 km steht der Bordcomputer übrigens. Und zwar seit acht Jahren. Den Vorsprung holt keiner mehr auf.

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