BMW 5er 2
 

Frisch im Fuhrpark: BMW 530d

Upgrading fürs mittlere Management nebst Bonus in Form von Siebener-Optik. Erstes Ausführen des Fünfers in vertrautem Umfeld.

25.02.2010 Autorevue Magazin

Nach einigem Experimentieren schaut der neue Fünfer, der ab März ausgefolgt wird: erstens aus wie der Siebener und zweitens nicht gerade aufregend. Fällt kaum auf. Das trägt wohl der Tatsache Rechnung, dass sich Wohlstand in Europa gerne versteckt.

Erstes Einsteigen, was soll man sagen: nicht gerade weitläufig, das alles. Das Instrumentarium neigt sich BMW-typisch zum Fahrer, und will ich boshaft sein, kann ich konstatieren: es engt etwas ein. Andererseits: Fahre ich in der E-Klasse den Fahrersitz hoch, kommt mir vor, dass ich oben mit dem Kopf anstoße. Das ist im Fünfer nicht der Fall. Wer aber wirklich Raumgefühl haben möchte, kommt um den Siebener nicht herum.

Das gilt auch für das, was ich dieses Rundum-Noblichkeitsgefühl nennen möchte, das sich aus Lautlosigkeit, Gewichtigkeit, Materialien, Sanftheit in der Bewegung und einer gewissen Behäbigkeit ergibt. Es riecht nach Geld. Auch hier setzt immer noch der Siebener (oder die S-Klasse, wenn man will) den Standard. Das ist ja auch gut so und gewollt, denn wozu sonst noch soviel Geld auf den Siebener drauflegen, wenn eh alles gleich wäre?

Natürlich hat aber auch hier alles seine Perfektion. Verarbeitung, Ergonomie – nichts zu meckern. Außerdem vertraut aus dem Vorgänger, soviel hat sich da nicht getan.

530d heißt: Sechszylinderdiesel mit 245 PS, Spitze 250 km/h, Null auf Hundert in 6,3 Sekunden. Eine echter Ohren- und Nervenschoner. BMW nennt einen Durchschnittsverbrauch von 6,3 Litern, bin schon gespannt, welche Wahrheit ein mehrtägiger Test ergibt. Zumal der Fünfer zu lebhafter Bewegung animiert, denn in Sachen Dynamik hat BMW noch eins draufgelegt, und auch die Beweglichkeit hat stark gewonnen: mitlenkende Hinterachse! Macht aus dem Fünfer gefühlsmäßig einen Dreier, wenn’s um die Ecke geht.

Komisch: Alle Fünfer mit Ausnahme des 550i haben serienmäßig Sechsgang-Handschaltung. Wer die Achtgangautomatik will, und die muss sein, hat mehr als 2.000 Euro draufzulegen. Beim Testauto hat man zum Glück draufgelegt: Die greift recht ansatzlos und arbeitet smooth wie nur was.

Grundpreis für meinen Fünfer: 56.810 Euro, das ist eine Menge Holz. Oben ist die Luft halt dünn. Wie dünn, wird ein Vergleichstest zeigen, der in einem Monat dann auch in der Autorevue zu lesen sein wird. Mercedes und Jaguar haben sich zu stellen. Alles vibriert.

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  • autofreak

    nur so ein tipp der 5er ist in kakibraun irre hässlich, konnte keinen anderen probefahren.aber sonst finde ich ihn perfekt für kleinfirmenbosse und für familien mit mehr kapital

  • philhoc

    Also ich finden den neuen 5er alles andere als langweilig. Was es aber zu bedenken gilt, ist die Tatsache, dass das Design von van Hooydonk, dieses ganz spezielle Spiel von Linien, Sicken usw. … sagen wir mal so, sehr "flexibel" ist. Es kommt beim 5er stark auf die Farbe an.
    In spacegrau oder silber mit Serienbereif und -felgung geht er durchaus als Mauerblümchen durch.
    Ich war heute mit einem 530d, in saphirschwarz metallic, Leder Oyster, Applikationen in schwarzem Klavierlack, Schiebedach, 19 Zoll Felgen mit Schattierung, … unterwegs.
    Hey, also ich kann echt nicht sagen, dass dieses Auto „fad“ wäre. Der 5er strahlt schon im Stand Aggressivität, durch die tief gezogene Front, die leichte Wölbung in der Motorhaube inkl. Sicken, aus. Dazu noch die großen Nieren, welche im Gegensatz zum 7er nicht wie Fremdkörper wirken. ;-)
    Weiters würd ich ihm sehr wohl eine äußerst dynamische Seitenlinie attestieren, die wiederum, wie ich finde, wunderschön in einem sehr gelungenen, schlanken Heck mündet. Diese fast schon zarten Heckleuchten gehen vom Stil her schon in Richtung italienische Designschule. Und wer dieses Heck bzw. die Heckleuchten mit jenen eines Nissan Primera verwechseln sollte, der sollte besser mal dringend den nächsten Augenarzt aufsuchen. ;-)
    Zum Innenraum kann ich ebenfalls nur ein großes Kompliment nach München weitergeben. Man fühlt sich sehr heimelig. Man wird quasi Eins mit dem Wagen. Dazu noch dieses riesengroße Schiebedach. Ein Traum. Materialien sind wie gewohnt Spitze.
    Einziger Kritikpunkt meinerseits:
    Im Gegensatz zum Vorgänger ist der Kofferraum zwar etwas länger, dafür aber schmäler geworden. Warum? Nur um Golfbags der Länge nach schlichten zu können? Hey, ich mein es spielt doch nicht jeder Golf, der 5er fährt, oder? Und ich schon gar nicht. Darum schwarz und nicht silber oder spacegrau. ;-)

  • elSamuel

    gehts nur mir so oder hat der neue 5er Heckleuchten vom Nissan Primera…

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