Freund, Helfer, Vorbild

BMW rüstet Fahrzeuge der amerikanischen Polizei aus. Mit Dieselmotoren. Trendwende im Land der benzingetriebenen Unmöglichkeiten.

09.04.2010 Online Redaktion

Ein Milliardengeschäft ist es laut BMW. 240.000 Reihensechszylinder-Dieselmotoren (inkl. Kühlungs- und Abgassystem) werden in den nächsten Jahren an den amerikanischen Hersteller von Sicherheitsfahrzeugen Carbon Motors geliefert, der damit die Dienstautos E7 der US-Exekutive ausstatten wird. Laut Ian Robertson, Vorstandsmitglied der BMW AG für Vertrieb und Marketing, werde damit der CO2-Ausstoß der Polizeifahrzeuge um bis zu 40 Prozent reduziert. Ein Goodie für den Steuerzahler.

Für BMW gibt es quasi gratis einen Imageschub für den Dieselantrieb in den USA. Bislang bemühen sich vor allem die deutschen Hersteller mit eher mäßigem Erfolg, diesen Antrieb in den Staaten zu etablieren. Achtungserfolg für BMW: Derzeit wird jeder dritte X5 mit einem Reihensechszylinder-Diesel ausgeliefert. Über das gesamte Geschäftsjahr 2009 lag der Anteil noch bei nur 17 Prozent. Auch Audi ist auf diesem Gebiet stark – der Anteil von Q5 mit Dieselmotor lag im Februar bei 40 Prozent.

Zur finanziellen Effizienzsteigerung setzt BMW seit Anfang 2008 auf sein Strategiepapier „Number one“, den Management-Fahrplan für das Jahr 2020. Der erste Schritt, die Entlassung tausender Leiharbeiter, war noch eher unpopulär, trug während der Krise aber Früchte. Die Verteilung der Entwicklungs- und Produktionskosten auf möglichst hohe Stückzahlen, ein weiterer Punkt von „Number One“, soll durch Kooperationen und Fremdaufträge erreicht werden. Eben solche Geschäfte, wie jenes mit Carbon Motors. Das Unternehmen wurde 2003 gegründet und hat sich auf die Entwicklung von Polizeifahrzeugen für diverse Einsatzmöglichkeiten spezialisiert.

Mehr zum Thema
pixel