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Freightliner Inspiration Trucks: Autonome Lkw im Straßenverkehr

Mercedes darf zwei Freightliner Inspiration Trucks auf öffentlichen Straßen einsetzen. 2020 sollen dann die selbstlenkenden Pkw kommen.

07.05.2015 Online Redaktion

Da sage noch mal einer, die Zukunft sei düster. Hell leuchtet sie, die Zukunft. 1,17 Millionen Lumen, um genau zu sein – ein Weltrekord. Der gehört seit kurzem Mercedes. Der Autobauer hat ihn bei der Präsentation seines Freightliner Inspiration Trucks aufgestellt.

Denn die fand auf dem Hoover Damm statt auf der Grenze zwischen Nevada und Arizona. Dafür hat Mercedes 60 Projektoren zu je 26.000 Watt gekoppelt und auf der Oberfläche des Damms ein 39.000 Quadratmeter (zehn Fußballfelder) großes und dreißig Minuten langes Video abgespielt. Das Guinness Buch der Weltrekorde hat es gesehen und eingetragen. Wer oder was ist dagegen schon die Sonne?

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© Bild: Mercedes

Sondergenehmigung für zwei Freightliner Inspiration Trucks

Der Freightliner Inspiration Truck soll die autonome, selbstfahrende Zukunft des Frachtverkehrs auf der Straße sein. Zumindest, wenn es nach Mercedes geht. Genau genommen wurde auf dem Hoover Damm nämlich nicht der Truck präsentiert, sondern die Genehmigung gefeiert, die Freightliner (die amerikanische Lkw-Tochter von Mercedes) erhalten hat. Zwei der autonomen Trucks dürfen auf den Autobahnen von Nevada fahren. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle.

World Premiere Freightliner Inspiration Truck
© Bild: Mercedes

So beeindruckend die Technik auch ist: neu ist sie nicht. Radar- und Kameratechnologie wurde gebündelt und heißt jetzt Highway Pilot System. Es ist das Herzstück des Freightliner Inspiration Trucks. Es besteht aus einem Frontradar, einer Stereokamera und einem Abstandsregeltempomat.

In der Mitte des vorderen Stoßfängers liegt die Radartechnologie. So werden der Fern- (bis 250 Meter) und der Nahbereich (bis 70 Meter) gescannt und analysiert. In der Mitte der Windschutzscheibe liegt die Stereokamera, die für die Erkennung von Verkehrsschildern und Straßenmarkierungen zuständig ist.

World Premiere Freightliner Inspiration Truck
© Bild: Mercedes

Bekannte Radar- und Kameratechnik

Der Truck lenkt, hält die erlaubte Höchstgeschwindigkeit und den erforderlichen Mindestabstand ein und kann durch stockenden Verkehr steuern. Das Lenksystem wird bereits seit 2011 verwendet, die Radartechnologie seit 2008 – ein Zeichen dafür. Wirklich neu sind also nur deren Kombination, die konsequente Umsetzung und die Genehmigung.

Was der Freightliner Inspiration Truck nicht kann oder darf sind Überholmanöver, Spurwechsel, Ankopplung von Anhängern, Baustellenbereiche befahren, durch Schlechtwetter steuern und von der Autobahn abfahren. All das muss ein Fahrer übernehmen, der im Cockpit sitzen muss. Überhaupt hat der Fahrer das letzte Wort. Er kann das System jederzeit übersteuern.

World Premiere Freightliner Inspiration Truck
© Bild: Mercedes

Da es sich um zwei Sondergenehmigungen handelt, musste sich Freightliner nicht an alle Vorschriften halten. So durfte das Unternehmen vor allem bei der Beleuchtung kreativ werden. Lenkt der Lkw selbst, leuchten Kennzeichen, Anzeigen und Kühlergrill blau. Steuert der Fahrer den Truck, leuchten diese Teile weiß und gelb.

Autonomes Fahren als Zukunftsfeld

Mercedes setzt in seiner Lkw-Sparte voll auf autonomes Fahren. Die Firmen sollen vor allem durch Kostenersparnisse gelockt werden. Durch eine adaptive Karosserie, die sich je nach Fahrsituation absenkt und vorausschauendes Fahren, können bis zu fünf Prozent Sprit gespart werden. Der Freightliner Inspiration Truck beispielsweise kommt auf einen Verbrauch von 19 Liter auf hundert Kilometer. Trotz 11-Liter-Turbodiesel und 29,5 Tonnen Nutzlast.

World Premiere Freightliner Inspiration Truck
© Bild: Mercedes

Die Genehmigung für den öffentlichen Straßenverkehr ist auch der Startschuss für die letzten Tests, um diese Technik zu verfeinern. Schließlich plant Mercedes, 2020 die ersten autonomen Fahrzeuge auf die Straße zu bringen.

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