Peugeot SxC Exterieur Dynamisch Front Seite oben
Der SxC ist mehr SUV als Limousine.
 

Französisch-chinesischer Sinneswandel?

Peugeot orientiert sich – wie alle – gen Fernost. Aktuell mit dem SxC

01.05.2011 radical mag

Man kennt das ja mittlerweile: China, China über alles. Peugeot, als Automarke seit 120 Jahren in Frankreich ansässig, benennt seine neuste Vision nicht nur nach einer chinesischen Stadt – SxC steht für «Shanghai Cross Concept» -, man ließ das Konzept auch gleich noch im «China Tech Center» zeichnen.

Uns wundert das jetzt ein wenig. Bisher haben sich die Chinesen nun wirklich nicht mit großartigen automobilen Designarbeiten hervorgetan. Ganz im Gegenteil: Es machte eher den Endruck, als ob sie noch jede Menge Hilfe benötigen würden. Erstaunlich ist der Weg ins Reich der Mitte auch deshalb, weil Peugeot noch nicht so richtig aus seiner Designkrise gefunden hat. Die «Nasenbären» scheinen jetzt zwar passé, auch die riesigen Schlunde an der Front sollten der Vergangenheit angehören. Aber eine eigene, elegante, selbsterklärende Optik, wie sie Peugeot während Jahrzehnten unverwechselbar gemacht hatte, haben die Franzosen bisher nicht gefunden. Der SxC ist eine bunte Mischung aus allem, was trendy ist, und deshalb so ein wenig gar nix.

Fast fünf Meter lang ist das Vieh, über zwei Meter breit und so hoch wie ein durchschnittlicher Chinese. Optisch ist der SxC mehr ein SUV als eine Limousine. Er möchte aber auch ein bisschen Mini-Van sein. Die hinten angeschlagenen hinteren Türen kennen wir vom Opel Meriva. Allerdings haben sich die Franzosen auch gleich noch die B-Säule gespart. Innen gibt es dann noch einmal die volle High-Tech-Breitseite: vier Sitzmulden, alles leuchtet blau. Da flüchtet man doch am liebsten gleich aus dem zweiteiligen Panoramadach ins All.

Angetrieben wird der chinesische Peugeot vom Feinsten, was Frankreich derzeit zu bieten hat: diesmal nicht Diesel-Hybrid-Allrad, sondern vorne ein Benziner mit 1,6 Liter Hubraum und 218 PS, hinten ein Elektro-Motormit 70 kW maximaler Leistung. Das ergibt dann 4×4 und 313 PS Gesamtleistung. Nur 5,8 Liter will das Trumm verbrauchen, aber halt auch rein elektrisch fahren können. Realisierungschancen: null.

Denn Peugeot hat in diesem Jahr noch so einiges vor: Der Nachfolger des am Schluss nicht mehr sonderlich erfolgreichen 207 ist angesagt. Er dürfte auf der IAA in Frankfurt stehen, im September dann. Es sieht nach einer Art Neubeginn aus. Wahrscheinlich wird der kompakte Franzose nicht 208 heißen, sondern 301. Warum? Keine Ahnung. Hat vielleicht etwas mit China zu tun.

Und dann gibt es anscheinend tatsächlich einen Nachfolger des 607, wahrscheinlich nicht mehr in diesem Jahr, aber früh 2012. Auch das könnte nun wieder erstaunen. Der 607 war ja nie ein Hammer, und «haute gamme» aus Frankreich hat es ganz prinzipiell eher schwierig. Doch wir sagen da jetzt wieder ein Stichwort: China.

Das bestverkaufte Peugeot-Modell in China ist der 408 (genau, den gibt es bei uns gar nicht). Von dem werden doch rund 5000 Stück monatlich abgesetzt. Da rechnet sich Peugeot für einen noch größeren Peugeot wohl noch größere Chancen aus. Dass der Nachfolger des 607 aussehen wird wie der SxC, ist allerdings nicht zu rechnen.

Mit freundlicher Unterstützung von www.radical-mag.com

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