Optimismus bei Ford: Weniger Verluste in Europa, Gewinne noch immer meilenweit entfernt.
Optimismus bei Ford: Weniger Verluste in Europa, Gewinne noch immer meilenweit entfernt.
 

Fords Lage in Europa besserte sich im 2. Quartal 2013

„Hinweise darauf, dass Wirtschaft und Autobranche sich stabilisieren“ – bis Mitte des Jahrzehnts will Ford in Europa wieder Gewinne einfahren

25.07.2013 APA

Im zweiten Quartal 2013 stiegen bei Ford in Europa die Verkäufe, die Verluste sanken – nach einer langjährigen schlechten Entwicklung scheint der US-Autobauer nun die Wende geschafft zu haben.

Obwohl die europäische Autobranche nach wie vor tief in der Krise steckt, gebe es Hinweise darauf, dass sich die Wirtschaft im Allgemeinen und die Autobranche im Speziellen stabilisierten, teilte der US-Konzern am Mittwoch am Sitz in Dearborn bei Detroit mit.

Sukzessive weniger Verluste – bis hin zu Gewinnen

Ford rechnet nun statt mit einem Jahresverlust von 2,0 Mrd. Dollar in Europa noch mit einem Minus vor Steuern von 1,8 Mrd. Dollar (1,4 Mrd Euro). Das wäre etwa so viel wie im vergangenen Jahr. Bis zur Mitte des Jahrzehnts will Ford wieder Geld in Europa verdienen, wie Finanzchef Bob Shanks bekräftigte.

Ford verlor im zweiten Quartal vor Steuern in Europa noch 348 Mio. Dollar nach 404 Mio. Dollar im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der verkauften Autos stieg von 359.000 auf 391.000 Stück. Neue Modelle und die stärkere Konzentration auf Endkunden statt etwa Mietwagenfirmen machten sich bezahlt, erklärte Shanks. „Europa macht gute Fortschritte bei der Umsetzung unseres Umbauplans.“

Fords Aufwärtskurs kostet 6.200 Jobs – vorerst

Die Wende geht aber mit harten Einschnitten einher: Ford schließt drei Werke in Großbritannien und Belgien, was 6.200 Jobs kostet. Ende dieser Woche sollen die Lichter in Southampton und Dagenham ausgehen, Ende 2014 dann auch in Genk. Das soll Überkapazitäten abbauen und die Kosten in der Produktion senken. Ford besitzt hierzulande große Werke in Köln und Saarlouis.

2013 rechnet Ford mit einem starken Jahr – vor allem in Nordamerika

Momentan verdient Ford genauso wie der Opel-Mutterkonzern General Motors sein Geld vor allem auf dem Heimatmarkt Nordamerika. Konzernweit stieg der Umsatz im zweiten Quartal um 14 Prozent auf 38,1 Mrd. Dollar und der Gewinn verbesserte sich um 19 Prozent auf unterm Strich 1,2 Mrd. Dollar. Damit übertraf Ford die Erwartungen der Analysten. Die Aktie stieg vorbörslich um 3 Prozent.

„Wir rechnen damit, dass 2013 ein starkes Jahr für Ford wird“, erklärte Konzernchef Alan Mulally. Die Ergebnisse in allen Regionen hätten sich verbessert. Zu den wichtigen Märkten für den Konzern zählen neben Nordamerika und Europa auch Russland, China und Südamerika. In der Heimat stellt Ford Tausende neue Mitarbeiter ein, vor allem für die Produktion der gefragten Pick-up-Trucks.

Erzrivale General Motors gibt seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal an diesem Donnerstag bekannt. Auch GM hatte viel Geld bei seinen Europatöchtern Opel und Vauxhall verloren und steuert mit Einschnitten wie der Schließung des Werkes Bochum gegen. GM hatte bereits im ersten Quartal die Verluste in Europa reduzieren können, musste allerdings weiterhin einen Verkaufsrückgang hinnehmen.

 

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