Sammeltaxi. Quelle: schreini99/flickr.com
Im ländlichen Raum sind die öffentlichen Verkehrsnetze oft dünn. Da kommt die Selbstorganisation sehr gelegen.
 

Mikro-ÖV: Groß im Kleinen

Mit einer speziellen Förderung für lokale Verkehrsangebote möchte der Klima- und Energiefonds auch auf dem Land den Verzicht aufs Auto erleichtern.

07.05.2013 Online Redaktion

Ach, nett sind diese ganzen Ideen: Lassen Sie Ihr Auto stehen, nutzen Sie Carsharing, steigen Sie auf die bequemen Öffis um, oder überhaupt auf das Fahrrad, weil da bleiben Sie fit und jung. Und dann wohnt man in Volderberg oder Neusiedl an der Zaya. Wie oft am Tag ein Bus in den nächstgrößeren Ort fährt, kann man an einer Hand abzählen, von dort braucht man dann immerhin nur mehr 30 Minuten mit dem Zug zum Arbeitsplatz. Einkaufen am Samstag? Nicht lustig. Abendprogramm? Beinahe unmöglich. Will heißen: Nirgends ist es so schwer, auf das Auto zu verzichten, wie auf dem Land.

Aber was wäre die Menschheit, wenn sie nicht auch hier eine Lösung gefunden hätte: Mikro-ÖV, also öffentlicher Verkehr, dezentral und regional organisiert. Am dritten Mai hat der österreichische Klima- und Energiefonds die dritte Ausschreibung zur Förderung solcher Mikro-ÖV-Systeme gestartet, bis 30. September können Gemeinden, Vereine und Privatinitiativen ihre Öffi-Projekte einreichen. Unterstützt werden Grundlagenarbeiten, die Implementierung solcher Systeme oder auch die Erweiterung bestehender Mikro-ÖV-Angebote, in den letzteren beiden Fällen mit bis zu 50% der Betriebskosten.

Erfolgreiche Beispiele

Wie solch ein Mikro-ÖV-Angebot aussehen kann, sieht man zum Beispiel in Angerberg bei Wörgl in Tirol. Dort fährt seit Herbst letzten Jahres ein Renault Kangoo Z.E. als Taxi. Angeboten werden Fahrten innerhalb der Gemendegebiete von Angerberg und den Nachbarorten Angath und Mariastein, das Fahrzeug wird von der Gemeinde zur Verfügung gestellt, die Fahrer sind Ehrenamtliche aus dem Ort. Das Angerberger Mobil richtet sich vor allem an ältere Personen oder Schulkinder, Leute also, die kein eigenes Auto zur Verfügung haben. Das Angebot wird gut angenommen, zumal die Fahrtkosten nur einen Euro pro Fahrt betragen. Der Elektro-Kangoo fährt täglich seine Batterie leer, deshalb ist auch schon um 17 Uhr Betriebsschluss.

Auch in Virgen in Osttirol ist ein Sammeltaxi unterwegs, schon 2005 wurde das Angebot von der Gemeinde umgesetzt. Vormittags fährt das Taxi fixe Routen nach Fahrplan, nachmittags kommt es auf Abruf. Auch hier zahlt man einen Euro pro Fahrt, das System ist nahezu kostendeckend.

Das Potenzial für solche regionalen Verkehrssysteme erscheint ebenso groß wie die Einsparmöglichkeiten bei Emissionen, und auch wenn ein Sammeltaxi das eigene Auto nicht ganz ersetzen kann, so bietet es doch eine gute Alternative für viele Wege des Alltags.

Hier finden Sie alle Informationen zur Förderung des Klimafonds.

Das Foto wurde von schreini99 auf flickr.com unter der creativecommons-Lizenz veröffentlicht.

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