Der Ford Mustang 2014
Ford will mit dem Mustang in Europa durchstarten.
 

Hintergrundbericht Ford Strategie 2017

Ford will den Langstreckenlauf um die Automobilkrone nicht zu einem Zweikampf Toyota gegen Volkswagen werden lassen. Mit 25 neuen Modellen bis zum Jahre 2017 will Ford zurück zu alter Stärke.

06.12.2013 Press Inform

Die schlechten Zeiten sind vergessen – zumindest fast. Denn auch wenn es in Europa nach wie vor alles andere als zufriedenstellend läuft, wandert der Automobilhersteller aus Dearborn mit breiter Brust durch die Lande. In sechs Städten auf vier Kontinenten wurde die Strategie für die nächsten Jahre in die Automobilwelt herausgetrommelt. „Wir haben im letzten Jahr zehn neue Fahrzeuge gebracht“, erklärt Ford of Europe Chef Stephen Odell bei der Veranstaltung „go further“ in Barcelona, „doch das war erst der Anfang.“

Mustang reitet in Europa ein

Bis 2017 sollen 25 neue Modelle weltweit mindestens eine Million neue Kunden zum blauen Markenoval bringen. Die Speerspitze wird dabei die nächste Generation des Ford Mustang sein, der 2014 im Jahr seines 50. Geburtstags neu aufgelegt wird. Anfang 2015 mutiert der dynamisch-sehenswerte Mustang zum Weltauto und soll – zunächst von einem 2,3 Liter großen Vierzylinder-Turbo mit 310 PS und einem 430 PS starken V8-Sauger angetrieben – auch seinen Weg nach Deutschland finden. Good-Bye Grauimporteure! „Wir sind sehr oft gefragt worden, wann der Mustang in den europäischen Handel kommt“, so Stephen Odell, „der neue Ford Mustang wird zum ersten Mal auch in Europa erhältlich sein„.

Der Ford Mustang 2014

Der Ford Mustang wird auch in Deutschland erhältlich sein.

Weltweite Botschaft

Parallel zu der europäischen Veranstaltung „go further“ in Barcelona wurde die messianische Ford-Botschaft fast zeitgleich in den Metropolen New York, Los Angeles, Shanghai, Sydney sowie am Stammsitz Dearborn verkündet. „Wir haben in Europa eine große Tradition“, leitet Ford-Aufsichtsratschef Bill Ford ein, „wenn ich die Situation auf dem Automarkt aktuell in Europa betrachte, dann sah es bei uns in den USA vor ein paar Jahren ganz ähnlich aus.“

Ford auf der Go Further in Barcelona

Zukunftsmusik auf der Go Further.

Talsohle erreicht

Ford rechnet damit, dass die Talsohle nicht nur für Ford in Europa durchschritten sei und weltweit neue Verkaufsrekorde purzeln werden. Bis ins Jahr 2033 soll sich die Zahl der Autos weltweit auf rund zwei Milliarden Fahrzeuge verdoppeln. Europa-Chef Stephen Odell: „Wir hatten zuletzt einige schmerzhafte Entscheidungen zu treffen, um die Zukunft zu sichern. 2015 wollen wir wieder profitabel sein.“

Das Schild "Mustang Since 1964" in einem Ford-Mustang

Der Mustang feiert nächstes Jahr seinen 50. Geburtstag.

Hohe Erwartungen

In Sachen Image sind die Erwartungen an die Sportwagenikone Mustang gigantisch. Für die großen Volumina sollen andere Modelle, angefangen beim kleinen Ka, sorgen. So stellt Ford seine Crossover ebenso wie die Konkurrenz zentral ins Produktportfolio. Der aktuelle Einzelgänger Kuga bekommt dabei tatkräftige Unterstützung von zwei neuen Brüdern. Den Auftakt bildet Anfang des Jahres der Ecosport, der sich 4,01 Meter lang gegen die kompakte SUV-Konkurrenz von Opel Mokka, Chevrolet Trax, Mini Countryman oder Renault Captur in Szene setzen soll.

Jim Farley vor einem Ford Edge Concept

Jim Farley glaubt an den Vignale.

Ford Ecosport als Erfolgsgeschichte

Der Ford Ecosport ist in seiner zweiten Generation bereits seit mehr als einem Jahr in Brasilien auf dem Markt. Mit 130.000 verkauften Fahrzeugen hat er in Südamerika einen Segmentanteil von eindrucksvollen 35 Prozent. Das ermöglichen jedoch nicht zuletzt preiswerte Saugbenziner und ein optionaler Allradantrieb. Für Europa ist der Allradantrieb zunächst nicht im Programm. Es gibt es zwei Benziner mit 112 und 125 PS sowie einen 90 PS starken Dieselmotor. Der Ecosport-Einstiegspreis: 19.200 Euro.

Das Ford Edge Concept

Der Ford Edge soll die Premiumkonkurrenz aufmischen.

Angriff auf Premiummarken

Oberhalb von Kuga und Ecosport soll sich der neue Edge an die Spitze des Ford-Modellprogramms setzen und sogar mit der Premiumkonkurrenz von BMW X3, Audi Q5 und Mercedes GLK konkurrieren. Schließlich sind die Verkaufszahlen der SUV in Europa von 2007 bis 2013 um 35 Prozent gestiegen. „Wir wollen unsere SUV-Verkäufe bis ins Jahr 2018 verdreifachen“, unterstreicht Stephen Odell selbstbewusst.

Der 1.0 Liter Ecoboost Ford Motor

Der 1.0 Liter Ecoboost Ford Motor.

Probleme in der Mittelklasse

In der Mittelklasse sieht es nicht nur in Deutschland deutlich schlechter aus. Bitter: die so wichtige Mittelklasselimousine Mondeo lässt in Europa noch viele Monate auf sich warten und darf sich dann im Herbst 2014 gleich mit den komplett neu entwickelten Konkurrenten Audi A4 und VW Passat herumschlagen. In den USA ist der Mondeo als Ford Fusion bereits seit mehr als einem Jahr zu bekommen. Jim Farley, bei Ford verantwortlich für das weltweite Marketing: „10 bis 15 Prozent unserer Kunden wollen höherklassige Autos, die wir bisher nicht angeboten haben. Das wird sich mit dem Vignale ändern. Und der Mondeo Vignale wird erst ein Anfang sein.“

Das Ford Event auf der Go Further in Barcelona.

Das Ford Event auf der Go Further in Barcelona.

Aufholbedarf bei Technologie und Antrieb

Auch in Sachen Technologie und Antrieb will Ford den Rückstand zur Konkurrenz – und hier speziell zu Volkswagen – aufholen. Bis 2015 wird sich die Produktion der vielfach ausgezeichneten Ecoboost-Triebwerke auf 1,2 Millionen Stück pro Jahr verdreifachen. Technologien wie Stauassistenten oder das automatische Ausweichem vor einem Hindernis sollen bis 2017 ebenfalls breit gefächert in die Modelle kommen.

Reduktion der Händler

Die deutlich höheren Verkaufszahlen sollen mit einer Reduktion der Händler einhergehen. In Europa sollen in den nächsten Jahren rund zehn Prozent der Ford-Händler aussortiert werden. Ein neues Margen- und Vertriebssystem wird speziell die Händler bevorzugen, die besonders erfolgreich Fahrzeuge an die Kunden bringen.

 

Vielen Dank an die Kollegen von press-inform.com.

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