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Ein Mustang braucht kein Dach

Wir haben im Ford Mustang Cabrio Platz genommen und uns vom 5.0 V8 einen Eindruck gemacht. Endlich gibt’s den kräftigen Hengst auch in Europa.

11.05.2015 Press Inform

Mit dem Ford Mustang Cabrio 2015 verdeutlichen uns die US-Amerikaner, dass sie einerseits wieder vermehrt auf Sportlichkeit setzen und andererseits Emotionalität durch das Bekenntnis zu ihrer Ikone schüren wollen. Da kommt die Markteinführung des in Europa jahrzehntelang gescholtenen Ford Mustang gerade Recht. Endlich muss der geneigte Markenfan nicht mehr selbst importieren oder zum US-Importeur seines Vertrauens fahren, der sich Import und Abnahme meist teuer vergolden ließ.

Wenn schon Ford Mustang Cabrio 2015, dann V8

Insbesondere der aufgeladene Vierzylinder mit 231 kW / 314 PS soll in Zentraleuropa seine geneigten Abnehmer finden und fraglos hat der Mustang eine allerdings wenig rühmliche Historie mit überschaubaren 2,3 Litern Hubraum. So gut dessen Fahrleistungen auch sind, sollte der Mustang-Fan keinen Gedanken an diesen flotten, aber übewiegend blutleeren Vierzylinder verschwenden. Wenn schon Mustang und dessen klare Abgrenzung zu Coupés und Cabriolets aus europäischer Produktion, dann auch den blubbernden und brabbelnden Achtzylinder mit fünf Litern Hubraum aus acht prachtvoll gefluteten Brennkammern bewegen. Der leistet 308 kW / 418 PS und ein maximales Drehmoment von 524 Nm bei 4.250 U/min. 0 auf Tempo 100 geht es mit der knackigen, aber etwas knochigen Sechsgang-Handschaltung in unter sechs Sekunden. Die 1.700 Euro Aufpreis für die Sechsgang-Automatik: braucht es nicht. Die Höchstgeschwindigkeit des Mustang V8: 250 km/h. Ford gibt ohne Skrubel einen Normverbrauch von üppigen 13,5 Liter an und mit 15 bis 17 Litern sollte man allemal kalkulieren, um Spaß zu haben. Das sonore Grollen beim Gas geben ist jeden Tropfen des Kraftstoffs wert. Doch bei nur 61 Liter Tankvolumen sieht man den Tankwart öfter als es einem lieb ist.

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© Bild: Werk

Einstiegspreis des Ford Mustang in Österreich

Die Unterschiede zwischen dem bereits seit November auf dem Markt befindlichen US-Modell und den Euro-Versionen, die bei 42.400 Euro für das Vierzylinder Coupé beginnen, sind dünn. Leichte Modifikationen bei den Lichtmodulen, Hochgeschwindigkeitsreifen und ein besseres Standard-Infotainment sollen dem Amerikaner aus dem Flat-Rock-Werk in Michigan konkurrenzfähiger auf den anspruchsvollen hiesigen Märkten machten. Der Fußgängerschutz kostet die GT-Version zum anderen die schmucken Lufteinlässe auf der Motorhaube.

Innenraum des Ford Mustang

Der Sommer steht vor der Tür und wieso sollte man sich nicht gleich in das offene Ford Mustang V8 Cabrio verlieben? Echte US-Car-Fans begehren den Amerikaner zwar insbesondere wegen seiner scharfen Coupé-Linien, doch für 47.500 Euro gibt es ein cooles Cabrio. Auch wenn im Innenraum vieles besser geworden und der Retrolook allemal sehenswert ist, sollte man für diesen Preis keine Wunder erwarten. Materialien und Verarbeitung liegen nicht auf Premiumniveau, doch Ford ist auf einem guten Weg, die US-Ikone auch im Innenraum in Szene zu setzen.

Schnäppchen-Preis in der Heimat

Der fünf Liter große V8-Sauger ist kein Hightech-Triebwerk; aber einer, der zum 4,78 Meter langen Mustang passt. Am Steuer genießt man insbesondere offen den Tatendrang des bulligen Achtzylinders und lässt seine Ohren akustisch verwöhnen, während einen die Leistung ins Ledergestühl drückt. Wer es kurvenhungrig angehen lässt, spürt schneller als es ihm lieb ist, das Übergewicht des 2+2-Sitzers: 1,8 Tonnen. “Ein Sportwagen wie der Mustang muss sich seinen bezahlbaren Charakter erhalten”, so Dave Perick, Entwicklungsleiter des neuen Mustang. Schließlich startet die Ikone in seinem Heimatland USA bei umgerechnet unter 25.000 Euro.

Dach und Geräuschdämmung

Trotzdem dürften sich auch die Amerikaner darüber ärgern, dass zwar die elektrische Stoffmütze mit gerade einmal sieben Sekunden konkurrenzlos schnell ihre Arbeit verrichtet, dies jedoch nur bis zu einer realitätsfremden Geschwindigkeit von fünf km/h erledigt, wodurch man auch direkt stehen bleiben kann. Immerhin wuchs der Laderaum auf 332 Liter; rund 70 Liter weniger als im Mustang Coupé. Nur leicht verbessert: die Geräuschdämmung des Stoffdachs durch eine zusätzliche Zwischenschicht. Schnell macht sich am Steuer nicht der kraftvolle Achtzylinder, sondern die verbesserte Karosseriesteifigkeit der offenen Version bemerkbar. Auf dem Niveau der Premiumcabrios ist man mit dem Mustang Cabriolet jedoch noch lange nicht. Wer offen fährt, wird den in dieser Liga obligatorischen Windschutz hinter den Frontsitzen vermissen und bei geschlossenem Dach ist der Amerikaner einfach zu laut.

Alle Ausstattungsdetails und Preise zum Ford Mustang Cabrio 2015 in Österreich

2.200 Bestellungen

Der Basispreis für das Ford Mustang 2.3 Cabrio mit dem 314 PS starken Turbo-Vierzylinder liegt bei 47.500 Euro. Der Preisunterschied von 12.100 Euro zum blubbernden V8-Cabrio ist dann doch eher enorm. Das offene Topmodell ist dafür dann aber auch gut ausgestattet, bietet Fahrspaß und Dampf. Nicht nur Sonnenanbeter dürften sich obligatorisch für das sinnvolle Premiumpaket entscheiden, das für 3.200 Euro Aufpreis unter anderem Navigationssystem, Einparkhilfe, klimatisierte Sitze 19-Zöller und zwölf Lautsprecher bietet. Kein Wunder, dass Ford innerhalb kürzester Zeit vom Mustang mehr als 2.200 Bestellungen schreiben konnte. Auf so ein emotionales Auto haben nicht nur Ford-Fans gewartet.

Dank an Joaquim Oliveira von press-inform

  • Chris

    Superschöne Fotos! *träum*

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