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Alles jetzt, aber flott
 

Testbericht: Ford Grand Tourneo Connect 1,6

Erfrischende Erweiterung der Van-Zone: Für dynamische Menschen mit erhöhten Ladezyklen und erheblich Platzbedarf.

15.06.2014 Autorevue Magazin

Diese Fahrzeugkategorie gibt’s ja schon lange, man denke nur an den Renault Kangoo, aber spätestens seit Kunden und nicht zu vergessen Kundinnen ihr Mini Cabrio gegen einen VW Caddy eintauschen, weil sie Nachwuchs bekommen ­haben (und/oder Hund), ist die ganze Branche alarmiert und höchst bemüht, ihre kompakten ­Lieferwagen auch für Privat­zwecke zu adaptieren. So war das Vorgängermodell des Tourneo in seiner Zivilversion noch ein recht rauer Pinkel, doch jetzt fühlt sich auch das Publikum angesprochen, das gerade am Anfang seiner ­Lebens- und Karriereplanung steht, mit allen Komfort- und gehobenen Platzansprüchen. Es gilt nämlich zuerst einmal eine von mannigfaltigen Sportgeräten beherrschte Freizeit zu bewältigen, die alsdann von konkreter Familienplanung und -gründung abgelöst wird.

Ford Grand Tourneo Connect 1,6 Titanium 2014 ladeboden sitze hinten kofferraum
© Bild: Andreas Riedmann

GRAND TOURNEO Sieben Sitze in der Langversion gegen Aufpreis und eine ebene Ladefläche ohne Sitzausbauen.

Das feine Fahrwerk stammt vom Focus

So hat Ford punktgenau das Richtige gemacht: Den Focus als Basis genommen, der durch ausgeklügelte Einzelradaufhängung ein exzellentes Fahrverhalten mit feinem Federungskomfort bietet. Das ist nämlich der wunde Punkt des sehr ­erfolgreichen VW Caddy: Er muss mit einer simplen Starr­achse die Löcher schlucken.

So haben wir hier eine ­wunderbare Kombination aus einem Kompaktwagen mit Raumgleiter-Aufbau und ­damit einen Familienvan zu einem wirklich attraktiven Preis.
Man darf sich nämlich nicht von diesen 32.000 Euro abschrecken lassen. Dieser Preis gilt für die getestete 150-PS-Benzinversion in Top-Ausstattung, die nur mit Doppelkupplungsautomatik erhältlich ist (19 % NoVA). Ein moderat ­motorisierter Diesel (6 %) mit sechs Gängen ist ­ungefähr um ein Drittel billiger und wird den wichtigsten Anforderungen ­eines jungen fröhlichen Publikums gewiss ebenso ­gerecht. Es gibt den Tourneo Connect außerdem auch in ­einer etwas kürzeren Version. Sie ist noch einmal um zwei bis dreitausend Euro günstiger, ­allerdings dann nicht als Siebensitzer zu haben. (Billigster Diesel mit 75 PS: € 17.560,–.)

Zwei Dinge, die uns sehr entgegenkamen: die komplett ebene Ladefläche bei umgelegten Rücksitzen (ohne Ausbauen) und die riesige Heckklappe, die sogar Platz für eine Europalette freigibt. Und noch ­etwas: Es herrscht Vorsteuer­abzug bei gewerblicher Nutzung.

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