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Nicht alle Wünsche gehen in Erfüllung, aber viele

Der neue Ford Galaxy ist da. Der Traum aller Großfamilien und Menschen mit Wunsch nach viel Platz geht in Erfüllung. Dennoch fehlen ein paar Kleinigkeiten.

26.06.2015 Press Inform

In unserer Marktübersicht aller neuen Vans 2015 in Österreich, haben wir zum Ford Galaxy folgende Zeilen geschrieben: „PRO: Die Kompetenz in Sachen Reisen. Fantastische Sitze, hoher Alltagskomfort. CONTRA: Hintere Schiebetüren würden uns freuen. Und dem einen oder anderen fehlt vielleicht Allrad.“ Der Wunsch nach dem Allrad wurde erfüllt, Schiebetüren gibt’s keine. Der hohe Alltagskomfort ist dafür noch immer gegeben und der fängt hinten an.

Hokuspokus, da ist der neue Ford Galaxy

Das Herzstück ist der Kofferraum

Der Kofferraum des neuen Ford Galaxy öffnet sich nicht von Geisterhand, es benötigt auch keine Magie – wie bei der Präsentation des Neuwagens – eine Fußbewegung reicht aus und der Deckel steigt empor. Und das Herzstück des Galaxy ist riesig, bis zu 2.339 Liter können befüllt werden. Selbst wenn die beiden hinteren Sitzreihen, wobei an dieser Stelle der Begriff von fünf Einzelsitzen eher zutrifft, in voller Stärke aufgerichtet sind, treibt das noch lange keine Schweißperle auf die Stirn des Beladenden. Denn an der linken Seite des Kofferraums befinden sich fünf Schalter, mit dessen Hilfe sich die fünf Platzhalter ganz einfach elektrisch zu einer ebenen Ladefläche zusammenfalten – jeder Sitz für sich. Die hinteren beiden lassen sich so sogar wieder elektrisch aufrichten. Kinder können auf diese Weise noch viel schneller auf einen der beiden „Dritte-Reihe-Plätze“ schlüpfen. An dieser Stelle muss allerdings erwähnt werden, dass nicht nur Kinder dort hinten ausreichend Platz finden. 1,90-Riesen fahren dort mindestens genauso komfortabel wie auf allen anderen, sehr guten Sitzen.

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© Bild: Werk

Wohlfühlfaktor im neuen Galaxy

Die Fensterflächen, das Panorama-Glasdach und die Beinfreiheit sorgen für einen hohen Wohlfühlfaktor. Selbst die Kopffreiheit wurde im Vergleich zum Vorgänger um einen Zentimeter angehoben. Nicht mehr, sondern um ein Vielfaches geringer sind die Fahr- und Motorengeräusche im Innenraum sowie die Anzahl der Knöpfe und Schalter in der Mittelkonsole geworden. Geradezu aufgeräumt und edel tritt das Topmodell mit Allradantrieb und 180 Diesel-PS auf. Schade nur, dass zumindest der edle Eindruck bereits nach wenigen Berührungen des Touchscreens dahin ist. Ford-Händler und Zubehör-Verkäufer können sich jetzt auf zahllosen Bildschirm-Reinigungstücher-Verkäufe freuen. Gleichzeitig hätte zumindest ein Knopf noch seine Berechtigung gehabt: Der, mit dem das Fahrwerk von komfortabel auf normal oder Sport verändert werden kann. Unterschiede sind ausnahmsweise auf Anhieb zu spüren.

Fahreigenschaften und intelligenter Allrad

Überzeugend sind die adaptive, geschwindigkeitsabhängige Lenkung und eben jenes verstellbare Fahrwerk mit einer neuen Integralllenker-Hinterachse. Hier bleiben kaum Wünsche offen. Sollte es die Situation erfordern, greift das intelligente Allradsystem ein und verteilt die 400 Newtonmeter an die Räder, die es nötig haben. Damit der Spritverbrauch von 5,8 Litern Diesel auf 100 Kilometern nicht allzu weit in die Ferne rückt, werden daher nicht permanent alle vier Räder angetrieben. Ohnehin hat der 4,85 Meter lange und 2,14 Meter breite Straßenkreuzer genug mit seinem über 1,8 Tonnen Leergewicht zu kämpfen. Die 180 PS-Variante des Reihen-Vierzylinders sollte es daher schon sein. Die Höchstgeschwindigkeit von 203 Kilometern pro Stunde und eine Tempo 100-Zeit von 10,6 Sekunden sind dennoch ohne weiteres möglich.

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© Bild: Werk

Der Galaxy parkt selbstständig ein

Von außen ist der dritten Generation des Ford Galaxy das junge Alter sofort anzusehen. Die typisch neue Ford-Front mit dem Aston Martin-Grill und den schmalen LED-Scheinwerfern, eine höhere Fensterlinie und ein flottes Heck enttarnen ihn sofort. Nicht zeitgemäß sind hingegen die nur bis ungefähr zur Hälfe herunterfahrbaren Fenster der hinteren Türen. Ein Blick unter die Motorhaube zeigt schnell, dass ein schickes Design auch Nachteile hat. Das Einzige, was beim Galaxy noch halbwegs stressfrei gewechselt werden kann ist die Lichtmaschine. Alles andere erfordert einen größeren Eingriff am offenen Motor. Ohne Eingriff des Fahrers lässt sich ab sofort der 1,75 Meter hohe Galaxy in Parklücken und Parkbuchten manövrieren. Kurz den richtigen Knopf drücken, solange weiterfahren, bis das System eine ausreichend große Parkmöglichkeit findet und dann hinein. Das erste Mal wird beim Rückwärtsrangieren kurz mal das Herz stehen bleiben, wenn die für den Fahrer unsichtbare Front dem Vordermann gefährlich nah kommt – doch es passt. Ausparken kann der neue Ford ebenfalls.

Assistenzsysteme im neuen Ford Galaxy

Für Anhänger neuester Technik hält Ford in seinem neuesten Spross auch etwas parat. Neben dem aktuellen, aber hoffentlich bald vom voraussichtlich schnelleren Nachfolger ersetzte Ford Sync 2-System, zahlreichen, jedoch von der Konkurrenz schon bekannten Assistenten für den toten Winkel, das Fahrspurhalten oder Müdigkeitserkennen bietet er noch ein paar besonders feine Dinge. Zum einen die MyKey-Technologie, sprich den programmierbaren Fahrzeugschlüssel. Auf diese Weise lässt sich zum Beispiel von Fahranfängern eine vorgegebene Höchstgeschwindigkeit nicht überschreiten, das ESP nicht deaktivieren, eine gewisse Lautstärke des Radios nicht überbieten und kein Telefongespräch annehmen. Ja, auch ein Ford Galaxy hat irgendwo amerikanischen Wurzeln, die er nicht verleugnen kann. Zum anderen steht dem Fahrer ein intelligenter Geschwindigkeitsbegrenzer zur Verfügung, der die Informationen des Verkehrsschild-Erkennungssystems nutzt und das Tempo anpasst. Doch keine Angst: gebremst wird noch per Fuß. Der neue Galaxy nimmt lediglich den imaginären Fuß des Tempomaten vom Gaspedal. So lautet auf jeden Fall die Theorie. In der Praxis klappt es noch nicht allzu gut. Warum Applikationen wie Mirror Link oder ähnliche, die das Smartphone noch mehr mit dem Bordinfotainment verbinden, bei Ford nicht zu finden sind, ist nicht nur schade, sondern ein echtes Versäumnis.

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