ford focus elektro electric front vorne seite
 

Vorstellung: Ford Focus Electric

Ford bläst zum Antriebshalali. Erster Vorbote ist der Focus Electric, der Fords fahrdynamische Talente ins lautlose Zeitalter übersetzt.

07.11.2013 Online Redaktion

Alle sind ratlos. Plug-In, Elek­tro­auto, Carsharing – was ­passiert in den kommenden Jahren, wie wollen die Menschen unterwegs sein? Ford weiß es auch nicht besser, setzt aber zur Flucht nach vorne an: Neben Diesel- und Benzinantrieben sollen in den kommenden Jahren Hybrid– und Plug-In-Hybrid-Fahrzeuge sowie batterieelektrische Autos ­erhältlich sein, und an der Brennstoffzelle und exotischen Ideen wie dem Radnabenantrieb forscht man auch weiter. Damit sollten alle potenziellen Wünsche abgedeckt sein.

Den Anfang des alternativen Angriffs macht nun der Focus Electric.

Die Eckdaten: rund 160 Kilometer Reich­weite, 107 kW, 137 km/h Höchstgeschwindigkeit, 39.990 Euro ­inklusive Batterie. An der gewöhnlichen Haushalts­steck­dose vergehen acht bis elf Stunden, bis der Akku wieder geladen ist, wer 32 Ampère zur Verfügung hat, kann den Speicher in drei Stunden füllen. So weit keine Besonderheiten, der kleinere Renault Zoe ­kostet ohne Batterie halb so viel und verspricht 210 Kilometer Reichweite, ein Nissan Leaf liegt auf Augenhöhe. Der ­Exotenvorsprung allein reicht nicht mehr als Bonus.

Dafür glänzt der Focus Electric mit Unauffälligkeit.

Er ist das Elektroauto für alle, die nicht als Visionäre enttarnt werden wollen. Auch fährt er sich wie ein gewöhnlicher ­Focus ohne Motorengeräusch. Der Übergang von Beschleunigung zu Segeln zu Rekupera­tion passiert in unmerklicher Sanftheit. Kein harsches An­reißen, kein unerwartetes ­Einbremsen, schon gar kein Ruckeln: Hier hat Ford ganze Arbeit geleistet bei der Abstimmung. Die ­Leistung kommt wie Schlagobers: weich, aber fetthaltig.

ford focus elektro electric armaturen instrumente

POWER OF CHOICE Kreise, Balken, Zahlen, Schmetterlinge – die ­Dar­stellungsmöglichkeiten von ­Lade­zustand und Verbrauch sind ­vielfältig.

Den Innenraum kennt man schon in seiner umtriebigen Formgebung, neu gestaltet wurden die Armaturen, die nur mehr aus einem Tacho bestehen, links und rechts flankiert von zwei Displays, in denen man sich den Zinnober von ­Ladezustand und Verbrauch in verschiedensten Variationen präsentieren lassen kann. Höhepunkt der Abstraktion ist ein Haufen Schmetterlinge, manchmal schlägt einer mit den Flügeln – und wenn man zu stark beschleunigt, fliegen sie davon.

Wir sind laut Bordcomputer auf rund 15 kWh/100 km ­gekommen zwischen Stadt­verkehr und entspannter Autobahn. Zur Einordnung: Ein Renault Zoe verbraucht 12 bis 13 kWh, ist aber kleiner und etwas leichter. Es bleibt also spannend, wer in den kommenden Jahren die Nase vorne hat im Antriebsquartett.

  • Ravenbird

    Es ist einfach toll, was in dieser Zeit geschieht. Solche Autos sind einfach die Zukunft, pfeif auf Reichweite. Für große Entfernungen gibt es Öffis und Flugzeuge.
    Naja, bei uns nicht, aber woanders auf der Welt. Wir sind halt ein wenig hinten nach, außerdem verdient der Staat beim Sprit und die Politiker müssen weniger von dem verbrauchen, was ihnen ohnehin fehlt: Hirn.
    Die Öffis müssen sie finanziell aus dem Budget stützen, daher wird das bei uns nichts.
    Was mir noch mehr Sorgen macht, ist die Elektrizität, die ja von irgendwo herkommen muß. Ohne Atomkraft wirds nicht gehen, weil die Wasserkraft ja von den Grünen verboten ist. Die Windradeln verschandeln das Land und sind hoch subventioniert.
    Vielleicht die Petrovic auf einem Fahrradl mit Generator? Nein, auch nichts – zuwenig PS.

pixel